Die erste richtig große Tour. Glaubt uns, wenn wir euch sagen: Das war für Fortgeschrittene! Von Wetter bis Technik war da wirklich alles an Problemen dabei was ging. Vom 20.08.2018 bis zum 30.08.2023 haben wir uns, einer wahnsinnigen Idee folgend, mit den Mopeds bis nach Skandinavien vorgeschlagen.
Autor: Hannes am 18.03.2023


20.08.2018 — Tag 1
Von dem Erfolg unserer zwei vorherigen Touren beflügelt befanden wir, dass es mal Zeit für eine “richtige” Mopedtour wäre. Wobei damit natürlich wirklich nur eins gemeint war: eine richtige Herausforderung. Endlich mal raus aus dem sicheren Hafen Deutschlands!
Mit diesem Ziel im Kopf waren die Sachen schnell gepackt und die Böcke gesattelt, wir hatten darin ja mittlerweile Routine. Nach einer letzten Testfahrt am Vortag ging es dann am Montagmorgen um 7 Uhr endlich los. Unser erstes Ziel: meine Großeltern im Norden von Sachsen-Anhalt. Also eine Tagesetappe von rund 350 km, was sich auf der letzten Tour als gut machbar erwiesen hatte. Die Fahrt war zunächst eher unspektakulär und nur unterbrochen von einer kurzen Mittagspause. 50 km vor dem Tagesziel stellten sich dann jedoch leichte Zündaussetzer bei meinem Moped ein. Nach kurzer Beratung wurde die Fehlerfindung zunächst bis zur Ankunft aufgeschoben, um den guten Tagesschnitt nicht unnötig zu drücken.
Eine eindeutige Ursache war in der großväterlichen Werkstatt jedoch nicht auszumachen, sodass wir unverrichteter Dinge schlafen gehen mussten.
20.08.2018 — Tag 1
Von dem Erfolg unserer zwei vorherigen Touren beflügelt befanden wir, dass es mal Zeit für eine “richtige” Mopedtour wäre. Wobei damit natürlich wirklich nur eins gemeint war: eine richtige Herausforderung. Endlich mal raus aus dem sicheren Hafen Deutschlands!
Mit diesem Ziel im Kopf waren die Sachen schnell gepackt und die Böcke gesattelt, wir hatten darin ja mittlerweile Routine. Nach einer letzten Testfahrt am Vortag ging es dann am Montagmorgen um 7 Uhr endlich los. Unser erstes Ziel: meine Großeltern im Norden von Sachsen-Anhalt. Also eine Tagesetappe von rund 350 km, was sich auf der letzten Tour als gut machbar erwiesen hatte. Die Fahrt war zunächst eher unspektakulär und nur unterbrochen von einer kurzen Mittagspause. 50 km vor dem Tagesziel stellten sich dann jedoch leichte Zündaussetzer bei meinem Moped ein. Nach kurzer Beratung wurde die Fehlerfindung zunächst bis zur Ankunft aufgeschoben, um den guten Tagesschnitt nicht unnötig zu drücken.

Eine eindeutige Ursache war in der großväterlichen Werkstatt jedoch nicht auszumachen, sodass wir unverrichteter Dinge schlafen gehen mussten.

21.08.2018 — Tag 2
Die erste Amtshandlung des zweiten Tour-Tages war nun die benachbarte Zweirad-Werkstatt aufzusuchen, um das Problem nicht unnötig mit ins Ausland zu verschleppen. Dort wurden wir nach kurzer Vorstellung unseres Projekts auch herzlich empfangen. Die Erkenntnis des Schraubers nach kurzer Diagnose: abgerutschter Kurbelwellen-Simmerring hinter der Lichtmaschine-Grundplatte (auch kurz LiMa). Also wurde dieser kurzerhand erneuert und die Zündung neu eingestellt. Nach diesem Service wurde es höchste Zeit weiterzufahren, es galt schließlich noch am selben Tag die dänische Grenze zu passieren. So wurden noch kurz Nummern getauscht und sie verabschiedeten uns mit den Worten: Mit den Mopeds hätten sie sich keine 50 km von zu Hause weg getraut…
Unerfreulicherweise ließen die Aussetzer nicht lange auf sich warten. Wie gewonnen, so zerronnen. Egal, es galt die verlorene Zeit wiedergutzumachen. Doch die Technik war anderer Meinung, kurz nach Hamburg war meine S51 nach einer Pause nicht mehr zu starten. Während wir ratlos um das Moped standen, wurden wir von einem Passanten angesprochen, der uns kurzerhand in seine Werkstatt einlud. “Da gibt es wenigstens richtiges Werkzeug.” Unter telefonischer Zuschaltung unserer morgendlichen Schrauber-Bekanntschaft wurde dort der Vergaser neu abgestimmt. Die Technik so besänftigt kämpften wir uns noch durch Kiel und schlugen gegen 23 Uhr unser Zelt am Rande eines Feldweges auf.


21.08.2018 — Tag 2
Die erste Amtshandlung des zweiten Tour-Tages war nun die benachbarte Zweirad-Werkstatt aufzusuchen, um das Problem nicht unnötig mit ins Ausland zu verschleppen. Dort wurden wir nach kurzer Vorstellung unseres Projekts auch herzlich empfangen. Die Erkenntnis des Schraubers nach kurzer Diagnose: abgerutschter Kurbelwellen-Simmerring hinter der Lichtmaschine-Grundplatte (auch kurz LiMa). Also wurde dieser kurzerhand erneuert und die Zündung neu eingestellt. Nach diesem Service wurde es höchste Zeit weiterzufahren, es galt schließlich noch am selben Tag die dänische Grenze zu passieren. So wurden noch kurz Nummern getauscht und sie verabschiedeten uns mit den Worten: Mit den Mopeds hätten sie sich keine 50 km von zu Hause weg getraut…

Unerfreulicherweise ließen die Aussetzer nicht lange auf sich warten. Wie gewonnen, so zerronnen. Egal, es galt die verlorene Zeit wiedergutzumachen. Doch die Technik war anderer Meinung, kurz nach Hamburg war meine S51 nach einer Pause nicht mehr zu starten. Während wir ratlos um das Moped standen, wurden wir von einem Passanten angesprochen, der uns kurzerhand in seine Werkstatt einlud. “Da gibt es wenigstens richtiges Werkzeug.” Unter telefonischer Zuschaltung unserer morgendlichen Schrauber-Bekanntschaft wurde dort der Vergaser neu abgestimmt. Die Technik so besänftigt kämpften wir uns noch durch Kiel und schlugen gegen 23 Uhr unser Zelt am Rande eines Feldweges auf.


22.08.2018 — Tag 3
Was in der nächtlichen Dunkelheit noch wie ein abgelegener Feldweg aussah, stellte sich bei Tageslicht als gute frequentierter Fahrradweg heraus. Na ja auch egal, nur nicht aus der Ruhe bringen lassen bei der morgendlichen Routine. Nach den Strapazen des vorangegangenen Tages war uns ein angenehm problemfreier Tag vergönnt. Mein Moped muckte und stotterte natürlich nach wie vor, aber es fuhr zumindest. So passierten wir am Mittag fast schon euphorisch die dänische Grenze. Das schlimmste schien ausgestanden. In unserer Hochstimmung hatten wir nur leider ganz vergessen uns, um die Einkäufe für das Abendbrot zu kümmern. Ein angenehm einfach gestricktes Problem, was sich im Shop unseres Campingplatzes leicht beheben ließ.
22.08.2018 — Tag 3
Was in der nächtlichen Dunkelheit noch wie ein abgelegener Feldweg aussah, stellte sich bei Tageslicht als gute frequentierter Fahrradweg heraus. Na ja auch egal, nur nicht aus der Ruhe bringen lassen bei der morgendlichen Routine. Nach den Strapazen des vorangegangenen Tages war uns ein angenehm problemfreier Tag vergönnt. Mein Moped muckte und stotterte natürlich nach wie vor, aber es fuhr zumindest. So passierten wir am Mittag fast schon euphorisch die dänische Grenze. Das schlimmste schien ausgestanden. In unserer Hochstimmung hatten wir nur leider ganz vergessen uns, um die Einkäufe für das Abendbrot zu kümmern. Ein angenehm einfach gestricktes Problem, was sich im Shop unseres Campingplatzes leicht beheben ließ.

23.08.2018 — Tag 4
Den vierten Tag unserer Tour begannen wir nach dem Zusammenräumen standesgemäß mit einem Einkaufswagenfrühstück. So gestärkt waren wir bereit, endlich das EU-Festland hinter uns zu lassen und nahmen Kurs auf Hirtshals. Von dort wollten wir nach Norwegen übersetzen. Auch an diesem Tag war uns die Technik wohl gesonnen, sodass wir uns zügig unserem Ziel näherten. Kurz vor der Ankunft verließ uns ärgerlicherweise das bis dahin gute Wetter. Was als leichter Niesel begann, gipfelte in einem Starkregen, durch den wir uns zur Fähre kämpften. Diese nasse Erfahrung und die Langeweile auf der Fähre spornten Lennard zu kreativen Meisterleistungen an. Er bastelte sich zur Erheiterung aller Anwesenden eine Regenhose aus einem Müllsack. Wirklich trés chic. Norwegen begrüßte uns zu fortgeschrittener Stunde jedoch ohne Regen, sodass der Praxistest ausblieb. Mehr Regen brauchte es auch gar nicht mehr, Lennard hatte sich seine Portion Nässe in Form eines durchweichten Schlafsacks für die Nacht aufgehoben. Eine wirklich unangenehme Sache, wenn man weiß, dass die Temperaturen nachts einstellig wurden. Nur mit Jacke zugedeckt und ohne Socken (weil nass) stand er die Nacht durch wie ein ganzer Mann!

23.08.2018 — Tag 4
Den vierten Tag unserer Tour begannen wir nach dem Zusammenräumen standesgemäß mit einem Einkaufswagenfrühstück. So gestärkt waren wir bereit, endlich das EU-Festland hinter uns zu lassen und nahmen Kurs auf Hirtshals. Von dort wollten wir nach Norwegen übersetzen. Auch an diesem Tag war uns die Technik wohl gesonnen, sodass wir uns zügig unserem Ziel näherten. Kurz vor der Ankunft verließ uns ärgerlicherweise das bis dahin gute Wetter. Was als leichter Niesel begann, gipfelte in einem Starkregen, durch den wir uns zur Fähre kämpften. Diese nasse Erfahrung und die Langeweile auf der Fähre spornten Lennard zu kreativen Meisterleistungen an. Er bastelte sich zur Erheiterung aller Anwesenden eine Regenhose aus einem Müllsack. Wirklich trés chic. Norwegen begrüßte uns zu fortgeschrittener Stunde jedoch ohne Regen, sodass der Praxistest ausblieb. Mehr Regen brauchte es auch gar nicht mehr, Lennard hatte sich seine Portion Nässe in Form eines durchweichten Schlafsacks für die Nacht aufgehoben. Eine wirklich unangenehme Sache, wenn man weiß, dass die Temperaturen nachts einstellig wurden. Nur mit Jacke zugedeckt und ohne Socken (weil nass) stand er die Nacht durch wie ein ganzer Mann!



24.08.2018 — Tag 5
Am nächsten Morgen hatte uns dann das durchwachsene Wetter auch in Norwegen gefunden. Nachdem Aufstehen wurden wir von nassen Zelten und Mopeds begrüßt. In der Hoffnung, alles vor dem Zusammenpacken noch trocknen zu können, ließen wir unser Zelt zunächst stehen und nahmen Kurs auf den nächstgelegenen Supermarkt. Dort mussten wir das Frühstück im Eingang einer Tiefgarage zu uns nehmen, um uns vor dem einsetzenden Regen zu schützen. Also doch nichts mit trockenem Zelt…
Da die letzte Nacht nicht für alle erholsam war, warteten wir bis zum Mittag auf besseres Wetter. Unsere Geduld wurde belohnt und wir konnten kurz nach 12 Uhr erholt und bei Sonnenschein zur Tagesetappe aufbrechen. Das gute Wetter hielt und so konnten wir die beeindruckende Landschaft Norwegens auf der Fahrt genießen. Unsere Lager schlugen an diesem Tag an einem Bergsee mit fantastischem Ausblick auf. Wahrscheinlich bis heute einer unserer besten Wildcamping-Spots! Natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen, kurz in den eisigen See zu springen. Genau das richtige vor einer Nacht mit 3 °C Außentemperatur.
24.08.2018 — Tag 5
Am nächsten Morgen hatte uns dann das durchwachsene Wetter auch in Norwegen gefunden. Nachdem Aufstehen wurden wir von nassen Zelten und Mopeds begrüßt. In der Hoffnung, alles vor dem Zusammenpacken noch trocknen zu können, ließen wir unser Zelt zunächst stehen und nahmen Kurs auf den nächstgelegenen Supermarkt. Dort mussten wir das Frühstück im Eingang einer Tiefgarage zu uns nehmen, um uns vor dem einsetzenden Regen zu schützen. Also doch nichts mit trockenem Zelt…

Da die letzte Nacht nicht für alle erholsam war, warteten wir bis zum Mittag auf besseres Wetter. Unsere Geduld wurde belohnt und wir konnten kurz nach 12 Uhr erholt und bei Sonnenschein zur Tagesetappe aufbrechen. Das gute Wetter hielt und so konnten wir die beeindruckende Landschaft Norwegens auf der Fahrt genießen. Unsere Lager schlugen an diesem Tag an einem Bergsee mit fantastischem Ausblick auf. Wahrscheinlich bis heute einer unserer besten Wildcamping-Spots! Natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen, kurz in den eisigen See zu springen. Genau das richtige vor einer Nacht mit 3 °C Außentemperatur.

25.08.2018 — Tag 6
Nach 5 Tagen Tourleben hatte sich die gewohnte Routine wieder etabliert: Aufstehen, frisch machen, einpacken, auf zum Frühstück. Nach einem morgendlichen Kaffee auf dem Parkplatz des örtlichen Supermarktes brachen wir guter Dinge auf. Tag 6 sollte einige Highlights unserer Tour beinhalten, entlang der Etappe würden wir die berühmte Stabkirche Heddal und Oslo passieren. Auch an diesem Tag war uns bestes Wetter beschieden, sodass wir schicke Fotos unserer Gefährte vor der Kirche schießen konnten (sonst glaubt das ja keiner zu Hause). Nach der Mittagspause meldete sich zur Abwechslung mal wieder mein Moped. Die Startunwilligkeit war mit einem routinierten Zündkerzenwechsel jedoch schnell aus der Welt geräumt und wir nahmen Kurs auf Oslo.
Dort angekommen parkten wir die Mopeds vor dem Bahnhof, um die obligatorischen Postkarten an die Daheimgebliebenen zu organisieren. Zu lange konnten wir die norwegische Hauptstadt jedoch nicht erkunden, da uns die fortgeschrittene Zeit und unheilvolle Wolken zur Eile antrieben. Vor dem Regen fliehend ließen wir Oslo hinter uns und schlugen nach einer weiteren Stunde Fahrt unser Nachtlager unweit der Europastraße auf.


25.08.2018 — Tag 6
Nach 5 Tagen Tourleben hatte sich die gewohnte Routine wieder etabliert: Aufstehen, frisch machen, einpacken, auf zum Frühstück. Nach einem morgendlichen Kaffee auf dem Parkplatz des örtlichen Supermarktes brachen wir guter Dinge auf. Tag 6 sollte einige Highlights unserer Tour beinhalten, entlang der Etappe würden wir die berühmte Stabkirche Heddal und Oslo passieren. Auch an diesem Tag war uns bestes Wetter beschieden, sodass wir schicke Fotos unserer Gefährte vor der Kirche schießen konnten (sonst glaubt das ja keiner zu Hause). Nach der Mittagspause meldete sich zur Abwechslung mal wieder mein Moped. Die Startunwilligkeit war mit einem routinierten Zündkerzenwechsel jedoch schnell aus der Welt geräumt und wir nahmen Kurs auf Oslo.

Dort angekommen parkten wir die Mopeds vor dem Bahnhof, um die obligatorischen Postkarten an die Daheimgebliebenen zu organisieren. Zu lange konnten wir die norwegische Hauptstadt jedoch nicht erkunden, da uns die fortgeschrittene Zeit und unheilvolle Wolken zur Eile antrieben. Vor dem Regen fliehend ließen wir Oslo hinter uns und schlugen nach einer weiteren Stunde Fahrt unser Nachtlager unweit der Europastraße auf.


26.08.2018 — Tag 7
Der Regen, der uns am Vorabend verschont hatte, erreicht uns am nächsten Morgen beim Frühstück auf dem Feldweg. In aller Eile stürzten wir unseren Kaffee herunter und stopften unser noch trockenes Hab und Gut in die Packtaschen. Die Regendusche zum Morgen blieb uns dann doch erspart, dafür wurden wir jedoch im Lauf des Tages mehrfach vom Regen durchnässt. Auch unser Glück mit der Technik ließ an diesem Tag zu wünschen übrig. Mein Moped ließ sich nun häufig nur noch durch Anschieben im Team (Lennard schiebend, ich an Vergaser und Zündung fummelnd) zum Leben überreden und durch eine Fehlkalkulation lief Lennards Schwalbe trocken. Natürlich war keine Tankstelle in Sicht, sodass unser 2 l Reservekanister ein echter Lebensretter war (sehr empfehlenswert als Schwalbe Fahrer). So kämpften wir uns Wetter und Technik zum Trotz über die schwedische Grenze und erreichten gegen Abend den angestrebten Campingplatz. Auf dem konnten wir und unsere Kleidung wieder in vorzeigbaren Zustand gebracht werden.
26.08.2018 — Tag 7
Der Regen, der uns am Vorabend verschont hatte, erreicht uns am nächsten Morgen beim Frühstück auf dem Feldweg. In aller Eile stürzten wir unseren Kaffee herunter und stopften unser noch trockenes Hab und Gut in die Packtaschen. Die Regendusche zum Morgen blieb uns dann doch erspart, dafür wurden wir jedoch im Lauf des Tages mehrfach vom Regen durchnässt. Auch unser Glück mit der Technik ließ an diesem Tag zu wünschen übrig. Mein Moped ließ sich nun häufig nur noch durch Anschieben im Team (Lennard schiebend, ich an Vergaser und Zündung fummelnd) zum Leben überreden und durch eine Fehlkalkulation lief Lennards Schwalbe trocken. Natürlich war keine Tankstelle in Sicht, sodass unser 2 l Reservekanister ein echter Lebensretter war (sehr empfehlenswert als Schwalbe Fahrer).
So kämpften wir uns Wetter und Technik zum Trotz über die schwedische Grenze und erreichten gegen Abend den angestrebten Campingplatz. Auf dem konnten wir und unsere Kleidung wieder in vorzeigbaren Zustand gebracht werden.

27.08.2018 — Tag 8
Der achte Tag begann mit einem anständigen Frühstück in der örtlichen Fußgängerzone, bei dem wir uns nett mit einem der Passanten unterhalten konnten. Das erste Zwischenziel für diesen Tag war Göteborg, dem wir uns langsam bei Regen näherten. Auf diesem Weg passierte es dann: Unsere Offline-Navigation schickte uns gerade Wegs auf die Autobahn, was wir natürlich erst zu spät bemerkten. Doch damit nicht genug, ausgerechnet in dieser Situation verabschiedete sich ohne Vorwarnung mein Moped. Nach einer unfreiwilligen Pause auf dem nächsten Rastplatz retteten wir uns mit letzter Kraft ins nah gelegene Industriegebiet, um das benötigte Werkzeug für die Reparatur aufzutreiben. Bei einem Bootshandel wurden wir letztlich fündig und tauschten in einer Hauruckaktion den Kondensator und Unterbrecher unterm Vordach des Shops. Mit einem belustigten “Good Luck!” verabschiedet, machten wir uns wieder auf den Weg, um die Tagesetappe doch noch irgendwie zu schaffen.
Wider Erwarten hielt mein Moped nach dem Eingriff wacker durch und wir entschieden uns trotz Regen, die verlorene Zeit durch eine Abend/Nacht-Fahrt herauszuholen. Solcherlei Mehrbeanspruchung stößt bei der Technik selbstverständlich auf Unmut und um 21 Uhr zwang uns Lennards Schwalbe auf der unbeleuchteten Landstraße zur Pause, in dem sie bei voller Fahrt aus ging. Kurzerhand wurde der Vergaser unter Kopflampen-Licht ausgebaut und gereinigt. Als ich dabei zwei der vier Vergaserwannen-Schrauben zwischenzeitlich im überwucherten Standstreifen verlegte, kippte die Stimmung und Lennard brach in wilde Verwünschungen gegen mich, das Moped und die Welt aus. Alldieweil ging ich die Schrauben suchen. Diese konnte ich zwar wieder auftreiben und den Team-Frieden wieder herstellen, aber vorangebracht hatte uns die ganze Aktion auch nicht. Das Moped krankte nach wie vor. Schon zum zweiten Mal an diesem Tag mussten wir uns durch Schieben weiterhelfen. Die Neuabstimmung des Vergasers an der nahegelegenen Tankstelle brachte den Zugvogel zum Glück wieder auf Kurs.
Nach weiteren drei Stunden Fahrt war dann endgültig die Luft raus und wir schlugen unser Zelt unmittelbar an der Straße auf. Keine 10 Minuten nach dem Hinlegen donnerte der erste LKW vorbei. Ruhig geht wirklich anders, aber was solls…



27.08.2018 — Tag 8

Der achte Tag begann mit einem anständigen Frühstück in der örtlichen Fußgängerzone, bei dem wir uns nett mit einem der Passanten unterhalten konnten. Das erste Zwischenziel für diesen Tag war Göteborg, dem wir uns langsam bei Regen näherten. Auf diesem Weg passierte es dann: Unsere Offline-Navigation schickte uns gerade Wegs auf die Autobahn, was wir natürlich erst zu spät bemerkten. Doch damit nicht genug, ausgerechnet in dieser Situation verabschiedete sich ohne Vorwarnung mein Moped. Nach einer unfreiwilligen Pause auf dem nächsten Rastplatz retteten wir uns mit letzter Kraft ins nah gelegene Industriegebiet, um das benötigte Werkzeug für die Reparatur aufzutreiben. Bei einem Bootshandel wurden wir letztlich fündig und tauschten in einer Hauruckaktion den Kondensator und Unterbrecher unterm Vordach des Shops. Mit einem belustigten “Good Luck!” verabschiedet, machten wir uns wieder auf den Weg, um die Tagesetappe doch noch irgendwie zu schaffen.

Wider Erwarten hielt mein Moped nach dem Eingriff wacker durch und wir entschieden uns trotz Regen, die verlorene Zeit durch eine Abend/Nacht-Fahrt herauszuholen. Solcherlei Mehrbeanspruchung stößt bei der Technik selbstverständlich auf Unmut und um 21 Uhr zwang uns Lennards Schwalbe auf der unbeleuchteten Landstraße zur Pause, in dem sie bei voller Fahrt aus ging. Kurzerhand wurde der Vergaser unter Kopflampen-Licht ausgebaut und gereinigt. Als ich dabei zwei der vier Vergaserwannen-Schrauben zwischenzeitlich im überwucherten Standstreifen verlegte, kippte die Stimmung und Lennard brach in wilde Verwünschungen gegen mich, das Moped und die Welt aus. Alldieweil ging ich die Schrauben suchen. Diese konnte ich zwar wieder auftreiben und den Team-Frieden wieder herstellen, aber vorangebracht hatte uns die ganze Aktion auch nicht. Das Moped krankte nach wie vor. Schon zum zweiten Mal an diesem Tag mussten wir uns durch Schieben weiterhelfen. Die Neuabstimmung des Vergasers an der nahegelegenen Tankstelle brachte den Zugvogel zum Glück wieder auf Kurs.

Nach weiteren drei Stunden Fahrt war dann endgültig die Luft raus und wir schlugen unser Zelt unmittelbar an der Straße auf. Keine 10 Minuten nach dem Hinlegen donnerte der erste LKW vorbei. Ruhig geht wirklich anders, aber was solls…

28.08.2018 — Tag 9
Bei Lichte betrachtet stellte sich unsere Lagerstätte als Zufahrt zu einem Industriehof heraus. Das erklärte dann wohl die morgendliche Unruhe. Beim morgendlichen Gang in die Büsche wurden wir dann auch direkt von einem der Arbeiter angequatscht und gefragt, ob wir Interesse hätten Drogen zu erstehen. Wir verneinten leicht verwirrt und sahen zu, dass wir los kamen. Geschafft von der vergangenen Nacht und begleitet vom allgegenwärtigen Niesel rafften wir unsere Siebensachen und nahmen Kurs auf den nächsten Supermarkt. Nach dem Frühstück hieß es dann: “Nächstes Ziel Trelleborg”. An diesem Tag mussten wir keinen weiteren Ausfall der Technik verzeichnen, auch wenn mein Moped im Grunde nur noch durch Anschieben zu beleben war. Nach einer zugegeben recht uninteressanten Tagesetappe erreichten wir am frühen Abend den Campingplatz in Trelleborg.
28.08.2018 — Tag 9
Bei Lichte betrachtet stellte sich unsere Lagerstätte als Zufahrt zu einem Industriehof heraus. Das erklärte dann wohl die morgendliche Unruhe. Beim morgendlichen Gang in die Büsche wurden wir dann auch direkt von einem der Arbeiter angequatscht und gefragt, ob wir Interesse hätten Drogen zu erstehen. Wir verneinten leicht verwirrt und sahen zu, dass wir los kamen. Geschafft von der vergangenen Nacht und begleitet vom allgegenwärtigen Niesel rafften wir unsere Siebensachen und nahmen Kurs auf den nächsten Supermarkt. Nach dem Frühstück hieß es dann: “Nächstes Ziel Trelleborg”. An diesem Tag mussten wir keinen weiteren Ausfall der Technik verzeichnen, auch wenn mein Moped im Grunde nur noch durch Anschieben zu beleben war. Nach einer zugegeben recht uninteressanten Tagesetappe erreichten wir am frühen Abend den Campingplatz in Trelleborg.

29.08.2018 — Tag 10
Bereits früh am Morgen packten wir unsere Sachen und fuhren mit der Fähre nach Sassnitz. Um 12 Uhr betraten wir damit nach 5 Tagen wieder deutschen Boden. Die Strecke von hier nach Hause wirkte trügerisch einfach, waren wir doch ähnliches schon an einem Tag gefahren. Doch die Technik blieb sich treu und beide Mopeds mussten zunächst von Bord geschoben und mühselig zum Fahren bewegt werden. Jedoch hatte sich auch dafür mittlerweile Routine eingeschliffen. Gegen 18 Uhr starb mein Moped mal wieder beim Warten an einer Ampel in Neu Brandenburg ab. Wir nutzten die Gelegenheit und gönnten uns einen Döner zum Abendbrot (Sowas haben die oben im Norden ja nicht). Nach der kurzen Verschnaufpause lief die S51 wieder und wir fuhren weiter.
Keine 30 Minuten später an einem Berg war es dann so weit: Rattern, Klappern, weißer Rauch und dann Ruhe. Nach knapp 2500 km war für mein Moped das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Diagnose auf der nächsten Einfahrt: Simmerring LiMa-seitig, oder weiß der Teufel. Da weit und breit kein Werkzeug zu bekommen war, musste die Not-Lösung, in Form der frisch abgeschlossenen ADAC-Mitgliedschaft, her. Es folgten einige Stunden Bürokratie-Chaos, mit dem folgenden Ergebnis: Das Moped würde nach Hause transportiert werden, ich statt eines Mietwagens (den wollten man mir nun doch nicht zugestehen) eine Zugfahrt bekommen und Lennard alleine mit der Schwalbe nach Hause fahren müssen. Da der nächste Zug erst 4:30 Uhr fuhr, harrten wir noch ein paar Stunden gemeinsam auf dem Parkplatz des Autohauses aus und versuchten irgendwie etwas Ruhe zu finden. Immerhin konnten wir dort beruhigt vor uns hin frieren. Der örtliche Wachmann hatte uns nach einem erheiternden Gespräch versichert auf die Schwalbe und unser Gepäck aufzupassen, während wir uns “ausruhten”.


29.08.2018 — Tag 10

Bereits früh am Morgen packten wir unsere Sachen und fuhren mit der Fähre nach Sassnitz. Um 12 Uhr betraten wir damit nach 5 Tagen wieder deutschen Boden. Die Strecke von hier nach Hause wirkte trügerisch einfach, waren wir doch ähnliches schon an einem Tag gefahren. Doch die Technik blieb sich treu und beide Mopeds mussten zunächst von Bord geschoben und mühselig zum Fahren bewegt werden. Jedoch hatte sich auch dafür mittlerweile Routine eingeschliffen. Gegen 18 Uhr starb mein Moped mal wieder beim Warten an einer Ampel in Neu Brandenburg ab. Wir nutzten die Gelegenheit und gönnten uns einen Döner zum Abendbrot (Sowas haben die oben im Norden ja nicht). Nach der kurzen Verschnaufpause lief die S51 wieder und wir fuhren weiter.
Keine 30 Minuten später an einem Berg war es dann so weit: Rattern, Klappern, weißer Rauch und dann Ruhe. Nach knapp 2500 km war für mein Moped das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Diagnose auf der nächsten Einfahrt: Simmerring LiMa-seitig, oder weiß der Teufel. Da weit und breit kein Werkzeug zu bekommen war, musste die Not-Lösung, in Form der frisch abgeschlossenen ADAC-Mitgliedschaft, her.

Es folgten einige Stunden Bürokratie-Chaos, mit dem folgenden Ergebnis: Das Moped würde nach Hause transportiert werden, ich statt eines Mietwagens (den wollten man mir nun doch nicht zugestehen) eine Zugfahrt bekommen und Lennard alleine mit der Schwalbe nach Hause fahren müssen. Da der nächste Zug erst 4:30 Uhr fuhr, harrten wir noch ein paar Stunden gemeinsam auf dem Parkplatz des Autohauses aus und versuchten irgendwie etwas Ruhe zu finden. Immerhin konnten wir dort beruhigt vor uns hin frieren. Der örtliche Wachmann hatte uns nach einem erheiternden Gespräch versichert auf die Schwalbe und unser Gepäck aufzupassen, während wir uns “ausruhten”.

30.08.2018 — Tag 11
Ziemlich fertig schreckten wir gegen 4 Uhr auf und gingen jeder unserer Wege. Ich eilte zum Bahnhof, von wo ich mit samt meines gesamten Gepäcks über Elsterwerda nach Dresden fuhr. So gesehen eine angenehm entspannte letzte Etappe, auch wenn ich sie lieber auf zwei Rädern absolviert hätte.
Lennard kämpft sich hingegen mit mangelhafter Navigation und starker Erschöpfung eisern bis nach Medingen zurück und vervollständigte damit stellvertretend die Tour.
Abschließend kann man nur eins sagen: Was für ein Abenteuer! Insgesamt wurden 2800 km in 11 Tagen bewältigt, viel geschraubt und geflucht, aber dadurch auch Land und Leute kennengelernt .
Zugegeben, die technischen Hürden waren enorm. Vielleicht hätte ich das Muckern auf der Testfahrt am Tag vor der Abfahrt doch ernst nehmen sollen. Egal, ohne Pannen wäre es nur halb so lustig gewesen.
30.08.2018 — Tag 11
Ziemlich fertig schreckten wir gegen 4 Uhr auf und gingen jeder unserer Wege. Ich eilte zum Bahnhof, von wo ich mit samt meines gesamten Gepäcks über Elsterwerda nach Dresden fuhr. So gesehen eine angenehm entspannte letzte Etappe, auch wenn ich sie lieber auf zwei Rädern absolviert hätte.

Lennard kämpft sich hingegen mit mangelhafter Navigation und starker Erschöpfung eisern bis nach Medingen zurück und vervollständigte damit stellvertretend die Tour.
Abschließend kann man nur eins sagen: Was für ein Abenteuer! Insgesamt wurden 2800 km in 11 Tagen bewältigt, viel geschraubt und geflucht, aber dadurch auch Land und Leute kennengelernt .
Zugegeben, die technischen Hürden waren enorm. Vielleicht hätte ich das Muckern auf der Testfahrt am Tag vor der Abfahrt doch ernst nehmen sollen. Egal, ohne Pannen wäre es nur halb so lustig gewesen.
