Nach den positiven Erfahrungen der ersten Tour-Jahre brachen wir 2019 zu neuen Höhenflügen auf. Woher der Einfall dafür kam, können wir rückblickend selbst nicht mehr sicher sagen. Jedenfalls ging es vom 15.08.2019 bis zum 27.08.2019 nach Albanien. Und natürlich auch wieder zurück.
Autor: Lennard am 05.09.2023


15.08.2019 — Tag 1
Wo wir gestartet sind, brauche ich ja langsam nicht mehr zu erwähnen. Gegen 13 Uhr fuhren wir bei meinen Eltern in Medingen ab. Ungefähr 5 Minuten später legten wir dann auch schon den ersten unfreiwilligen Service-Stopp ein. Die S51 von Hannes war - trotz großer Ankündigung: „das muss dicke bis zur Tanke reichen“ - trocken gelaufen. Damit war also die erste Füllung des Reservekanisters Geschichte.
Keine 2 km weiter standen wir dann wieder. Jetzt konnte der Fehler endgültig identifiziert werden: Beim Ausbau von Hannes Vergaser offenbarte sich uns ein loses Schwimmerventil. Nachdem das geklärt war, konnten wir nun also zumindest technisch beruhigt starten. Kleine Besonderheit diesmal war, dass wir noch einen kleinen Halt an der lokalen Führerscheinstelle einlegen mussten, da Hannes kurz zuvor seinen Motorradschein gemacht hatte. Der kleine Halt bei einer deutschen Behörde bedeutete für uns entspannte zwei Stunden Wartezeit.
Dank der vielen Kleinigkeiten an diesem Tag passierten wir erst 18 Uhr die tschechische Grenze. Bei der Suche nach einem Schlafplatz legte ich meine Schwalbe — dank schlammiger Reifen — dann auch noch ab. Somit war dann auch mein erster Sturz in der Tour-Geschichte absolviert. Gegen 21 Uhr bezogen wir dann endlich unser Nachtlager im Straßengraben neben der Bundesstraße.
15.08.2019 — Tag 1
Wo wir gestartet sind, brauche ich ja langsam nicht mehr zu erwähnen. Gegen 13 Uhr fuhren wir bei meinen Eltern in Medingen ab. Ungefähr 5 Minuten später legten wir dann auch schon den ersten unfreiwilligen Service-Stopp ein. Die S51 von Hannes war - trotz großer Ankündigung: „das muss dicke bis zur Tanke reichen“ - trocken gelaufen. Damit war also die erste Füllung des Reservekanisters Geschichte.
Keine 2 km weiter standen wir dann wieder. Jetzt konnte der Fehler endgültig identifiziert werden: Beim Ausbau von Hannes Vergaser offenbarte sich uns ein loses Schwimmerventil.

Nachdem das geklärt war, konnten wir nun also zumindest technisch beruhigt starten. Kleine Besonderheit diesmal war, dass wir noch einen kleinen Halt an der lokalen Führerscheinstelle einlegen mussten, da Hannes kurz zuvor seinen Motorradschein gemacht hatte. Der kleine Halt bei einer deutschen Behörde bedeutete für uns entspannte zwei Stunden Wartezeit.
Dank der vielen Kleinigkeiten an diesem Tag passierten wir erst 18 Uhr die tschechische Grenze. Bei der Suche nach einem Schlafplatz legte ich meine Schwalbe — dank schlammiger Reifen — dann auch noch ab. Somit war dann auch mein erster Sturz in der Tour-Geschichte absolviert. Gegen 21 Uhr bezogen wir dann endlich unser Nachtlager im Straßengraben neben der Bundesstraße.

16.08.2019 — Tag 2
Selbstverständlich regnete es diese Nacht kräftig. Es gibt nichts Schöneres, als ein klammes Zelt einzupacken! Im Übrigen hatten wir in diesem Jahr beide in neue Einmann-Zelte investiert, was ein deutliches Upgrade in Sachen Privatsphäre bedeutete.
Nach einem stärkenden Einkaufswagenfrühstück am örtlichen Minimarkt ging es weiter durch das landschaftlich schöne, aber doch überraschend bergige Tschechien.
Das ging so lange reibungslos, bis mir meine mangelnde Vorbereitung auf die Füße fiel. Mein ohnehin schon schwergängiger Gaszug ging mittlerweile derart straff, dass ich regelrecht Krämpfe im rechten Unterarm bekam. Außerdem war die Kette so extrem ausgeleiert, dass sie gefühlt auf dem Boden zu schleifen drohte. Es half also alles nichts, die nächste Wartungspause stand an. Wir kauften an einer Tankstelle Schmiermittel einer allseits bekannten Marke und drehten meine Kettenspanner bis zum Anschlag. So ließen sich die Probleme nach einigem Hin und Her gut in den Griff bekommen. Den Gasgriff montierte ich zweimal, da ich es beim ersten Mal mit der Schmierung etwas zu gut gemeint hatte und dann konnte es auch schon weitergehen.
Der restliche Tag verlief ruhig, wir passierten die österreichische Grenze, wurden an einer Tanke von einer Oma mit jeweils 10 € bedacht und kehrten auf einem Zeltplatz unmittelbar vor den Alpen ein.


16.08.2019 — Tag 2
Selbstverständlich regnete es diese Nacht kräftig. Es gibt nichts Schöneres, als ein klammes Zelt einzupacken! Im Übrigen hatten wir in diesem Jahr beide in neue Einmann-Zelte investiert, was ein deutliches Upgrade in Sachen Privatsphäre bedeutete.
Nach einem stärkenden Einkaufswagenfrühstück am örtlichen Minimarkt ging es weiter durch das landschaftlich schöne, aber doch überraschend bergige Tschechien.

Das ging so lange reibungslos, bis mir meine mangelnde Vorbereitung auf die Füße fiel. Mein ohnehin schon schwergängiger Gaszug ging mittlerweile derart straff, dass ich regelrecht Krämpfe im rechten Unterarm bekam. Außerdem war die Kette so extrem ausgeleiert, dass sie gefühlt auf dem Boden zu schleifen drohte. Es half also alles nichts, die nächste Wartungspause stand an. Wir kauften an einer Tankstelle Schmiermittel einer allseits bekannten Marke und drehten meine Kettenspanner bis zum Anschlag. So ließen sich die Probleme nach einigem Hin und Her gut in den Griff bekommen. Den Gasgriff montierte ich zweimal, da ich es beim ersten Mal mit der Schmierung etwas zu gut gemeint hatte und dann konnte es auch schon weitergehen.

Der restliche Tag verlief ruhig, wir passierten die österreichische Grenze, wurden an einer Tanke von einer Oma mit jeweils 10 € bedacht und kehrten auf einem Zeltplatz unmittelbar vor den Alpen ein.




17.08.2019 — Tag 3
Am Morgen bekamen wir vierbeinigen Besuch zum Frühstück. Frühstück war an diesem Morgen auch ein gutes Stichwort. Da der vorhandene Platz für den Transport von Lebensmitteln sehr begrenzt war, ‚musste‘ die zuvor erworbene Packung Müsli samt einem kompletten Tetra-Pack Milch auf einmal verspeist werden. Derart gestärkt (bzw. vollgefressen) machten wir uns auf, die Tagesmission zu erfüllen. Es galt die Großglockner Hochalpenstraße zu überwinden!
Gegen Mittag hatten wir die Mautstation erreicht. Nach einem kurzen Austausch mit anderen Höllen-Bikern ging es mit Schwung und im vollen Angriffsmodus auf die erste Steigung los … bereits wenige Meter später dann die Ernüchterung: das höchste der Gefühle war der erste Gang. Die Simsons quälten sich in einer Langsamkeit den Berg hoch, dass uns zwischenzeitlich diverse Radsportler, freundlich grüßend, überholen konnten. Kurz vor dem Gipfel war es dann so weit: Meine Schwalbe war so sehr mit sich und der Welt überfordert, dass nichts anderes mehr half, als abzusteigen und bei laufendem Motor zu schieben.
Als wir nach ungefähr 3 h den Gipfel erreichten, war erstmal eine Pause für Mensch und Maschine nötig. Außerdem blieb Zeit für einen Austausch mit einem Radfahrer, der uns hartnäckig den gesamten Aufstieg über begleitet hatte und unbedingt ein Foto mit uns wollte.
Trotz der stark eingeschränkten Bremsleistung der überladenen Mopeds wurde die Abfahrt mit maximal möglicher Geschwindigkeit unter die Räder genommen. Wenn ich mich richtig erinnere, standen zeitweise 80 km/h auf dem Tacho. Gemessen an der Zuladung und technischen Verfassung der helle Wahnsinn! In unserem Geschwindigkeitsrausch vergaßen wir allerdings, dass wir Samstagabend hatten, was uns zur letzten Episode dieses Tages führen sollte.
Gegen 21 Uhr begann nämlich die panische Suche nach zwei Sachen: der Verpflegung für den Abend und den nächsten Tag sowie einem geeigneten Schlafplatz. Ersteres Problem war durch einen kleinen Laden noch gut in den Griff zu bekommen. Eine Unterkunft in einer Urlaubsregion wie den Dolomiten zu dieser Jahreszeit war jedoch eine wirkliche Herausforderung. Selbst die Campingplätze waren alle voll. Aus der Not heraus fragte ich in einem für uns offensichtlich viel zu teurem Hotel nach einem Schlafplatz. Nach einigem Warten und einem netten Plausch mit deren Auszubildenden konnte uns der Hotelchef lediglich das Campieren auf seinem Parkplatz anbieten. Als wir bereits dabei waren unsere Zelte aufzubauen, bat mich besagter Chef überraschend nochmal rein, um mir dann mitzuteilen, dass uns seine Auszubildende doch noch eine günstige Unterkunft im Nachbardorf besorgt hatte. Sehr sympathisch! In unserer Unterkunft erwartete uns das Flair der 70er Jahre. War uns nach dem Tag aber auch herzlich egal. Campingkocher eignen sich übrigens auch zum Kochen in Hotelzimmern.
17.08.2019 — Tag 3
Am Morgen bekamen wir vierbeinigen Besuch zum Frühstück. Frühstück war an diesem Morgen auch ein gutes Stichwort. Da der vorhandene Platz für den Transport von Lebensmitteln sehr begrenzt war, ‚musste‘ die zuvor erworbene Packung Müsli samt einem kompletten Tetra-Pack Milch auf einmal verspeist werden. Derart gestärkt (bzw. vollgefressen) machten wir uns auf, die Tagesmission zu erfüllen. Es galt die Großglockner Hochalpenstraße zu überwinden.

Gegen Mittag hatten wir die Mautstation erreicht. Nach einem kurzen Austausch mit anderen Höllen-Bikern ging es mit Schwung und im vollen Angriffsmodus auf die erste Steigung los … bereits wenige Meter später dann die Ernüchterung: das höchste der Gefühle war der erste Gang. Die Simsons quälten sich in einer Langsamkeit den Berg hoch, dass uns zwischenzeitlich diverse Radsportler, freundlich grüßend, überholen konnten. Kurz vor dem Gipfel war es dann so weit: Meine Schwalbe war so sehr mit sich und der Welt überfordert, dass nichts anderes mehr half, als abzusteigen und bei laufendem Motor zu schieben.

Als wir nach ungefähr 3 h den Gipfel erreichten, war erstmal eine Pause für Mensch und Maschine nötig. Außerdem blieb Zeit für einen Austausch mit einem Radfahrer, der uns hartnäckig den gesamten Aufstieg über begleitet hatte und unbedingt ein Foto mit uns wollte.

Trotz der stark eingeschränkten Bremsleistung der überladenen Mopeds wurde die Abfahrt mit maximal möglicher Geschwindigkeit unter die Räder genommen. Wenn ich mich richtig erinnere, standen zeitweise 80 km/h auf dem Tacho. Gemessen an der Zuladung und technischen Verfassung der helle Wahnsinn! In unserem Geschwindigkeitsrausch vergaßen wir allerdings, dass wir Samstagabend hatten, was uns zur letzten Episode dieses Tages führen sollte.
Gegen 21 Uhr begann nämlich die panische Suche nach zwei Sachen: der Verpflegung für den Abend und den nächsten Tag sowie einem geeigneten Schlafplatz. Ersteres Problem war durch einen kleinen Laden noch gut in den Griff zu bekommen. Eine Unterkunft in einer Urlaubsregion wie den Dolomiten zu dieser Jahreszeit war jedoch eine wirkliche Herausforderung. Selbst die Campingplätze waren alle voll. Aus der Not heraus fragte ich in einem für uns offensichtlich viel zu teurem Hotel nach einem Schlafplatz. Nach einigem Warten und einem netten Plausch mit deren Auszubildenden konnte uns der Hotelchef lediglich das Campieren auf seinem Parkplatz anbieten. Als wir bereits dabei waren unsere Zelte aufzubauen, bat mich besagter Chef überraschend nochmal rein, um mir dann mitzuteilen, dass uns seine Auszubildende doch noch eine günstige Unterkunft im Nachbardorf besorgt hatte. Sehr sympathisch! In unserer Unterkunft erwartete uns das Flair der 70er Jahre. War uns nach dem Tag aber auch herzlich egal. Campingkocher eignen sich übrigens auch zum Kochen in Hotelzimmern.

18.08.2019 — Tag 4
Nach dem ereignisreichen Vortag stand nun ein deutlich entspannterer an. Dank unserer Unterkunft war bereits für Frühstück gesorgt. Das räumte uns die Zeit für kleinere Reparaturen an den Mopeds ein. Weil das so viel Spaß gemacht hat, wurden diese dann auch 10 km nach Start einfach nochmal wiederholt; wird eben nie langweilig mit den Simsons.
Der restliche Tag verlief sehr ruhig, wir gerieten zwischendurch in ein Fahrradrennen und verließen langsam die Alpen in das mediterrane Flachland hinein. Der Tag konnte tiefenentspannt mit Nudeln und Pesto auf einem Campingplatz nahe Ravenna abgeschlossen werden.

18.08.2019 — Tag 4
Nach dem ereignisreichen Vortag stand nun ein deutlich entspannterer an. Dank unserer Unterkunft war bereits für Frühstück gesorgt. Das räumte uns die Zeit für kleinere Reparaturen an den Mopeds ein. Weil das so viel Spaß gemacht hat, wurden diese dann auch 10 km nach Start einfach nochmal wiederholt; wird eben nie langweilig mit den Simsons.
Der restliche Tag verlief sehr ruhig, wir gerieten zwischendurch in ein Fahrradrennen und verließen langsam die Alpen in das mediterrane Flachland hinein. Der Tag konnte tiefenentspannt mit Nudeln und Pesto auf einem Campingplatz nahe Ravenna abgeschlossen werden.



19.08.2019 — Tag 5
Trotz der Wärme waren unsere Klamotten am nächsten Morgen schön klamm. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Nach kurzer Morgenroutine starteten wir ohne Verzögerung in den Tag. Die Simsons erfreuen sich auf unseren Touren auch im Ausland oft großer Beliebtheit. So fing beispielsweise ein italienischer Motorradfahrer während der Fahrt im Stadtverkehr ein Gespräch mit mir an. Verstanden habe ich kein Wort, wurde zum Schluss aber freundlicherweise mit Stickern des lokalen Bikerclubs bedacht. Unsere Route führte uns den überwiegenden Teil des Tages an der Adriaküste entlang. Der starke Wind gab vor allem meiner Schwalbe den Rest. Wir kamen entsprechend langsam, aber immerhin konstant voran.
Auch an diesem Abend schliefen wir auf einem Zeltplatz an der Adria. Da wir an diesem Abend tatsächlich mal etwas Freizeit hatten, fuhren wir noch in den nahegelegenen Ort Porto San Giorgio, um eine Pizza zu essen. Leider waren wir etwas zu früh dran, sodass zu dieser Zeit (ca. 18 Uhr) nur eine Pizzeria offen hatte. Und was für eine, das sage ich euch …
Dass wir bei unserer Ankunft die einzigen Gäste waren, ließ sich eventuell noch auf die frühe Uhrzeit schieben. Bei genauerer Betrachtung des Etablissements stach eine gewisse Verlebtheit des Ladens dann aber doch recht stark heraus. Auffällig war auch, dass der Kellner, nachdem wir beide Pizza bestellt hatten, über die Straße mit seinem Auto verschwand und einige Zeit später mit einer Warmhaltetasche zurückkam. Ich habe schon bessere Tiefkühlpizza gegessen als das, was uns da präsentiert wurde…und das in Italien.
19.08.2019 — Tag 5
Trotz der Wärme waren unsere Klamotten am nächsten Morgen schön klamm. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Nach kurzer Morgenroutine starteten wir ohne Verzögerung in den Tag. Die Simsons erfreuen sich auf unseren Touren auch im Ausland oft großer Beliebtheit. So fing beispielsweise ein italienischer Motorradfahrer während der Fahrt im Stadtverkehr ein Gespräch mit mir an. Verstanden habe ich kein Wort, wurde zum Schluss aber freundlicherweise mit Stickern des lokalen Bikerclubs bedacht. Unsere Route führte uns den überwiegenden Teil des Tages an der Adriaküste entlang. Der starke Wind gab vor allem meiner Schwalbe den Rest. Wir kamen entsprechend langsam, aber immerhin konstant voran.

Auch an diesem Abend schliefen wir auf einem Zeltplatz an der Adria. Da wir an diesem Abend tatsächlich mal etwas Freizeit hatten, fuhren wir noch in den nahegelegenen Ort Porto San Giorgio, um eine Pizza zu essen. Leider waren wir etwas zu früh dran, sodass zu dieser Zeit (ca. 18 Uhr) nur eine Pizzeria offen hatte. Und was für eine, das sage ich euch …
Dass wir bei unserer Ankunft die einzigen Gäste waren, ließ sich eventuell noch auf die frühe Uhrzeit schieben. Bei genauerer Betrachtung des Etablissements stach eine gewisse Verlebtheit des Ladens dann aber doch recht stark heraus. Auffällig war auch, dass der Kellner, nachdem wir beide Pizza bestellt hatten, über die Straße mit seinem Auto verschwand und einige Zeit später mit einer Warmhaltetasche zurückkam. Ich habe schon bessere Tiefkühlpizza gegessen als das, was uns da präsentiert wurde…und das in Italien.

20.08.2019 — Tag 6
Mit der Abfahrt vom Campingplatz verließen wir auch die geordneten Gefilde Italiens. Über Süditalien hat man ja so ein paar Sachen gehört, aber das beschrieb nicht mal im Ansatz die dortige Lage bei unserer Durchfahrt.
Der Tag startete zunächst recht idyllisch, vorbei an kleinen Obstläden und Feigenbäumen. Je weiter südlich wir jedoch kamen, desto toter und karger wurde die Umgebung. Nachdem wir einen kleinen Waldbrand durchquert hatten, sollte sich der restliche Tag auf der SS16 — einer Bundesstraße — abspielen. So etwas trostloses hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. Was am auffälligsten war: Die enorme Dichte an Prostituierten, die die Straßen förmlich säumten. Weit und breit war außer Lkws praktisch nichts zu sehen. Als wir tanken mussten, wurde es dann richtig spannend. Die einzige Tankstelle, die ohne Umwege für uns in Schlagdistanz lag, wies uns forsch mit den Worten ab, dass man keinen Sprit mehr habe. Rückblickend ließ der allgemeine Zustand der Anlage auch eher auf ein Geldwäschegeschäft als auf eine Tanke schließen. Außer ein paar vorsintflutlichen Ersatzteilen und einer schäbigen Bar gab es dort einfach nichts. Über einen kleinen Umweg fanden wir eine Alternative. Optisch sah diese Tankstelle noch wilder aus als die vorangegangene, hatte dafür aber Benzin! Bezahlt wurde übrigens über ein EC-Gerät, was der Kassierer in seinem Kühlschrank lagerte.
Der ursprüngliche Plan sah vor, noch eine Nacht in dieser Region zu schlafen. Nach den Erfahrungen des Tages wurde dieser Plan allerdings einstimmig abgewählt und entschieden, direkt zum Fährhafen in Bari zu fahren. Das war eine Quälerei, das sage ich euch. Die Qualität der Straße nahm immer weiter ab, gefühlt fuhren wir durch ein Entwicklungsland. Nach ca. 410 km war es geschafft. Wir standen an der Fährstation in Bari. Damit war der Tag aber noch immer nicht überstanden.
Im Hafen angekommen ging ich los, um Tickets für die Überfahrt nach Durrës zu kaufen. Danach folgte eine umständliche Hafendurchfahrt zum entsprechenden Anleger. An der Fähre angekommen begann eine Diskussion mit dem Personal, da ich offenbar Tickets für Fahrräder gekauft hatte. Fun Fact: laut Versicherung wird die Simson tatsächlich als ‚Fahrrad mit Hilfsmotor‘ deklariert. Nach längerer Diskussion schaltete sich der Kapitän des Schiffes ein, mit dem Versprechen, er würde uns mitnehmen, wenn wir ihm den Differenzbetrag von 100 € direkt bar bezahlen würden. Da wir über kein Bargeld verfügten (wird uns eine Stunde später noch auf die Füße fallen) konnten wir auf dieses grandiose Geschäft nicht eingehen und waren gezwungen den ewig langen Weg zurück zum Ticketschalter zu nehmen. Dort erklärte man uns, dass sich der Differenzbetrag auf lediglich 50 € belaufen würde. Den Kapitän haben wir an dem Tag nicht wieder gesehen.
Endlich auf der Fähre eingecheckt, bezogen wir unsere Koje und wollten eigentlich nur noch essen und dann schlafen gehen. Ohne Bargeld war auf dieser Überfahrt allerdings nichts Essbares aufzutreiben. Die 8 h Fahrt wurden also hungrig absolviert.



20.08.2019 — Tag 6
Mit der Abfahrt vom Campingplatz verließen wir auch die geordneten Gefilde Italiens. Über Süditalien hat man ja so ein paar Sachen gehört, aber das beschrieb nicht mal im Ansatz die dortige Lage bei unserer Durchfahrt.
Der Tag startete zunächst recht idyllisch, vorbei an kleinen Obstläden und Feigenbäumen. Je weiter südlich wir jedoch kamen, desto toter und karger wurde die Umgebung. Nachdem wir einen kleinen Waldbrand durchquert hatten, sollte sich der restliche Tag auf der SS16 — einer Bundesstraße — abspielen.

So etwas trostloses hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. Was am auffälligsten war: Die enorme Dichte an Prostituierten, die die Straßen förmlich säumten. Weit und breit war außer Lkws praktisch nichts zu sehen. Als wir tanken mussten, wurde es dann richtig spannend. Die einzige Tankstelle, die ohne Umwege für uns in Schlagdistanz lag, wies uns forsch mit den Worten ab, dass man keinen Sprit mehr habe. Rückblickend ließ der allgemeine Zustand der Anlage auch eher auf ein Geldwäschegeschäft als auf eine Tanke schließen. Außer ein paar vorsintflutlichen Ersatzteilen und einer schäbigen Bar gab es dort einfach nichts. Über einen kleinen Umweg fanden wir eine Alternative. Optisch sah diese Tankstelle noch wilder aus als die vorangegangene, hatte dafür aber Benzin! Bezahlt wurde übrigens über ein EC-Gerät, was der Kassierer in seinem Kühlschrank lagerte.

Der ursprüngliche Plan sah vor, noch eine Nacht in dieser Region zu schlafen. Nach den Erfahrungen des Tages wurde dieser Plan allerdings einstimmig abgewählt und entschieden, direkt zum Fährhafen in Bari zu fahren. Das war eine Quälerei, das sage ich euch. Die Qualität der Straße nahm immer weiter ab, gefühlt fuhren wir durch ein Entwicklungsland. Nach ca. 410 km war es geschafft. Wir standen an der Fährstation in Bari. Damit war der Tag aber noch immer nicht überstanden.
Im Hafen angekommen ging ich los, um Tickets für die Überfahrt nach Durrës zu kaufen. Danach folgte eine umständliche Hafendurchfahrt zum entsprechenden Anleger. An der Fähre angekommen begann eine Diskussion mit dem Personal, da ich offenbar Tickets für Fahrräder gekauft hatte. Fun Fact: laut Versicherung wird die Simson tatsächlich als ‚Fahrrad mit Hilfsmotor‘ deklariert. Nach längerer Diskussion schaltete sich der Kapitän des Schiffes ein, mit dem Versprechen, er würde uns mitnehmen, wenn wir ihm den Differenzbetrag von 100 € direkt bar bezahlen würden. Da wir über kein Bargeld verfügten (wird uns eine Stunde später noch auf die Füße fallen) konnten wir auf dieses grandiose Geschäft nicht eingehen und waren gezwungen den ewig langen Weg zurück zum Ticketschalter zu nehmen. Dort erklärte man uns, dass sich der Differenzbetrag auf lediglich 50 € belaufen würde. Den Kapitän haben wir an dem Tag nicht wieder gesehen.

Endlich auf der Fähre eingecheckt, bezogen wir unsere Koje und wollten eigentlich nur noch essen und dann schlafen gehen. Ohne Bargeld war auf dieser Überfahrt allerdings nichts Essbares aufzutreiben. Die 8 h Fahrt wurden also hungrig absolviert.



21.08.2019 — Tag 7
Angekommen in Durrës kämpften wir uns nach unkomplizierter Einreise durch den dortigen Stadtverkehr. Italien war entspannt dagegen. Aber man passt sich ja an. Weiter ging es durch das hügelige Hinterland in Richtung Tirana, vorbei an nicht wenigen Eselskarren über teils katastrophale Straßen und durch kleinste Dörfer.
Tirana selbst wartete, wie auch schon Durrës, mit einem Stadtverkehr auf, der seinesgleichen suchte. Es grenzt an ein Wunder, dass wir dort keinem Unfall zum Opfer gefallen sind. An einem kleinen Supermarkt deckten wir uns endlich mit Lebensmitteln und anderen Genussmitteln ein und frühstückten anschließend auf einem Parkplatz, der auf einer innerstädtischen Anhöhe lag. Anschließend wurde der Plan gefasst, Karten für die Daheimgebliebenen zu verfassen. Also statteten wir uns mit Briefmarken, Karten und Schreibzeug aus. Das Finden eines geeigneten Briefkastens gestaltete sich jedoch schwierig. Nach längerer Suche im Tumult von Tirana fanden wir schließlich eine Poststelle.
Hannes machte sich also daran, unsere Karten loszuwerden. In der Zwischenzeit bewachte ich die Mopeds von einer Bank aus, die vor einem Elektrofachgeschäft stand. Nach kurzer Zeit wurde der dortige Ladenbesitzer auf die Gefährte aufmerksam. Ende vom Lied war, dass er vor lauter Freude einige seiner Freunde dazu holte, die uns mit allerlei Tipps für Albanien, Wasser und sonstigen Hilfsangeboten bedachten. Nach ca. 1,5 h konnten wir uns dann schließlich losreißen.
Als wir Tirana verließen, passierte es dann auch endlich mal wieder: Wir fuhren unwissentlich auf die Autobahn auf. Wobei Autobahn ein großes Wort für das war, worauf wir uns wiederfanden. Konnte ja keiner ahnen, dass dort ein mehrspuriger Kreisverkehr gleich auch als Auffahrt genutzt wurde. Das war wahrscheinlich auch das erste Mal, dass wir andere Fahrzeuge (teils auf dem geschotterten Seitenstreifen) auf der Autobahn überholten. So war die Grenze zu Montenegro schnell erreicht.
An dieser gönnten wir uns, bedingt durch einen Stau, eine kleine Pause. Natürlich machten wir dabei auch ein paar Fotos. Beim Passieren der Grenze wurden wir dann von einem Soldaten angehalten. Mit dem durften wir dann unsere Bildersammlung durchgehen und die Bilder löschen, die Teile der Grenzanlage zeigten. An dieser Stelle sahen wir von Diskussionen ab, der hatte mit seiner Kalaschnikow einfach die besseren Argumente.
Übernachten sollten wir, wenn auch zunächst unwissentlich, in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz gestaltete sich an diesem Abend jedoch wieder schwierig. Campingplätze gab es keine und die Stadt schien wie ausgestorben. Auf einer Kreuzung in einem dicht besiedelten und fragwürdig aussehenden Wohngebiet sprach ich einen Mann an. Der führte mich zu Fuße durch gefühlt 1000 Gassen bis hin zu einem Grundstück. Die Buchung der Unterkunft erfolgte mit einem Ruf über dessen Tor.
Unser dortiger Gastgeber, wir tauften ihn aus Unwissenheit ‚Modritsch‘, war kein Mann großer Worte. Dafür hatten wir ein klimatisiertes Zimmer und eine funktionierende Waschmaschine zu einem unschlagbaren Preis. Sehr angenehm.
21.08.2019 — Tag 7
Angekommen in Durrës kämpften wir uns nach unkomplizierter Einreise durch den dortigen Stadtverkehr. Italien war entspannt dagegen. Aber man passt sich ja an. Weiter ging es durch das hügelige Hinterland in Richtung Tirana, vorbei an nicht wenigen Eselskarren über teils katastrophale Straßen und durch kleinste Dörfer.
Tirana selbst wartete, wie auch schon Durrës, mit einem Stadtverkehr auf, der seinesgleichen suchte. Es grenzt an ein Wunder, dass wir dort keinem Unfall zum Opfer gefallen sind. An einem kleinen Supermarkt deckten wir uns endlich mit Lebensmitteln und anderen Genussmitteln ein und frühstückten anschließend auf einem Parkplatz, der auf einer innerstädtischen Anhöhe lag. Anschließend wurde der Plan gefasst, Karten für die Daheimgebliebenen zu verfassen. Also statteten wir uns mit Briefmarken, Karten und Schreibzeug aus. Das Finden eines geeigneten Briefkastens gestaltete sich jedoch schwierig. Nach längerer Suche im Tumult von Tirana fanden wir schließlich eine Poststelle.

Hannes machte sich also daran, unsere Karten loszuwerden. In der Zwischenzeit bewachte ich die Mopeds von einer Bank aus, die vor einem Elektrofachgeschäft stand. Nach kurzer Zeit wurde der dortige Ladenbesitzer auf die Gefährte aufmerksam. Ende vom Lied war, dass er vor lauter Freude einige seiner Freunde dazu holte, die uns mit allerlei Tipps für Albanien, Wasser und sonstigen Hilfsangeboten bedachten. Nach ca. 1,5 h konnten wir uns dann schließlich losreißen.

Als wir Tirana verließen, passierte es dann auch endlich mal wieder: Wir fuhren unwissentlich auf die Autobahn auf. Wobei Autobahn ein großes Wort für das war, worauf wir uns wiederfanden. Konnte ja keiner ahnen, dass dort ein mehrspuriger Kreisverkehr gleich auch als Auffahrt genutzt wurde. Das war wahrscheinlich auch das erste Mal, dass wir andere Fahrzeuge (teils auf dem geschotterten Seitenstreifen) auf der Autobahn überholten. So war die Grenze zu Montenegro schnell erreicht.
An dieser gönnten wir uns, bedingt durch einen Stau, eine kleine Pause. Natürlich machten wir dabei auch ein paar Fotos. Beim Passieren der Grenze wurden wir dann von einem Soldaten angehalten. Mit dem durften wir dann unsere Bildersammlung durchgehen und die Bilder löschen, die Teile der Grenzanlage zeigten. An dieser Stelle sahen wir von Diskussionen ab, der hatte mit seiner Kalaschnikow einfach die besseren Argumente.
Übernachten sollten wir, wenn auch zunächst unwissentlich, in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz gestaltete sich an diesem Abend jedoch wieder schwierig. Campingplätze gab es keine und die Stadt schien wie ausgestorben. Auf einer Kreuzung in einem dicht besiedelten und fragwürdig aussehenden Wohngebiet sprach ich einen Mann an. Der führte mich zu Fuße durch gefühlt 1000 Gassen bis hin zu einem Grundstück. Die Buchung der Unterkunft erfolgte mit einem Ruf über dessen Tor.

Unser dortiger Gastgeber, wir tauften ihn aus Unwissenheit ‚Modritsch‘, war kein Mann großer Worte. Dafür hatten wir ein klimatisiertes Zimmer und eine funktionierende Waschmaschine zu einem unschlagbaren Preis. Sehr angenehm.
22.08.2019 — Tag 8
Am Morgen versorgten wir uns im nahegelegenen Supermarkt mit Brot und der billigsten, verfügbaren Schokocreme, auch so eine kleine Tour-Tradition. Die bisher Beste gab es im Übrigen in Dänemark.
Die Route führte uns mit vielen Tunneln durch die atemberaubende Berglandschaft von Montenegro. Als wir die Grenze zu Bosnien-Herzegowina überschritten, war es dann allerdings leider vorbei mit der bis dahin qualitativ recht guten Straße. Bis zum Abend kämpften wir uns bis Sarajevo vor.
An einer Tankstelle kurz vor Sarajevo wurden wir von einem jungen Typ angesprochen. Dabei stellte sich heraus, dass er selbst halb Deutscher, halb Bosnier war. Derart beseelt von diesem Zufall lud er uns ein, diese Nacht bei ihm zu verbringen, nachdem er vorher noch schnell etwas zu erledigen hatte. Die Absprache sollte per Telefon erfolgen. Die Zeit bis dahin überbrückten wir mit einem ausgedehnten Abendessen auf einem Supermarktparkplatz und einer Runde durch Sarajevo. Bei mir kam dabei große Freude auf, als ich feststellte, dass auf einmal mein Aufblendlicht, welches eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr funktioniert hatte, nun wieder ging. Und dabei hatte ich nicht mal den Schalter dafür betätigt! Leider zog das auch nach sich, dass meine restliche, ohnehin schon angeschlagene Elektrik zu spinnen anfing. Ein Abschalten des Motors mit dem Zündschlüssel war beispielsweise nicht mehr möglich.
Der erwartete Anruf kam nicht. Somit waren wir gezwungen, auf eine Empfehlung auszuweichen, das Hotel ‚Banana City‘. Ich sage euch, das war mal eine Absteige, wie sie im Buche steht. Unsaubere Zimmer und allgemein fragwürdiges Flair ist man ja vielleicht schon irgendwie gewöhnt. Aber dass die Tür zum Zimmer bereits eingetreten war, setzte neue Maßstäbe! Nur unwillig legten wir uns in die Betten.



22.08.2019 — Tag 8
Am Morgen versorgten wir uns im nahegelegenen Supermarkt mit Brot und der billigsten, verfügbaren Schokocreme, auch so eine kleine Tour-Tradition. Die bisher Beste gab es im Übrigen in Dänemark.
Die Route führte uns mit vielen Tunneln durch die atemberaubende Berglandschaft von Montenegro. Als wir die Grenze zu Bosnien-Herzegowina überschritten, war es dann allerdings leider vorbei mit der bis dahin qualitativ recht guten Straße. Bis zum Abend kämpften wir uns bis Sarajevo vor.

An einer Tankstelle kurz vor Sarajevo wurden wir von einem jungen Typ angesprochen. Dabei stellte sich heraus, dass er selbst halb Deutscher, halb Bosnier war. Derart beseelt von diesem Zufall lud er uns ein, diese Nacht bei ihm zu verbringen, nachdem er vorher noch schnell etwas zu erledigen hatte. Die Absprache sollte per Telefon erfolgen. Die Zeit bis dahin überbrückten wir mit einem ausgedehnten Abendessen auf einem Supermarktparkplatz und einer Runde durch Sarajevo. Bei mir kam dabei große Freude auf, als ich feststellte, dass auf einmal mein Aufblendlicht, welches eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr funktioniert hatte, nun wieder ging. Und dabei hatte ich nicht mal den Schalter dafür betätigt! Leider zog das auch nach sich, dass meine restliche, ohnehin schon angeschlagene Elektrik zu spinnen anfing. Ein Abschalten des Motors mit dem Zündschlüssel war beispielsweise nicht mehr möglich.

Der erwartete Anruf kam nicht. Somit waren wir gezwungen, auf eine Empfehlung auszuweichen, das Hotel ‚Banana City‘. Ich sage euch, das war mal eine Absteige, wie sie im Buche steht. Unsaubere Zimmer und allgemein fragwürdiges Flair ist man ja vielleicht schon irgendwie gewöhnt. Aber dass die Tür zum Zimmer bereits eingetreten war, setzte neue Maßstäbe! Nur unwillig legten wir uns in die Betten.



23.08.2019 — Tag 9
Die Nacht fand ein jähes Ende, als man ca. 5 Uhr morgens anfing, direkt unter unserem Zimmerfenster lautstark den lokalen Obst- und Gemüsemarkt aufzubauen. Damit sollte ein zeitiger Aufbruch folgen, jedoch nicht ohne das, immerhin schon bezahlte, Hotel-Frühstück zu testen. Auch dabei blieb sich ‚Banana City‘ treu. Es gab nicht mehr und nicht weniger als ein Brötchen mit einer undefinierten Wurst und Hagebuttenmarmelade begleitet von einer Tasse Pfefferminztee. Der Abschied von Sarajevo fiel dementsprechend nicht sehr schwer. Zuvor mussten aber noch kurz die Elektroprobleme vom Vorabend behoben werden.
Der Tag spielte sich hauptsächlich auf Schotterpisten eines Nationalparks ab. Gegen 15 Uhr war die kroatische Grenze erreicht. Hin und wieder stoßen wir bei unseren Touren auf versteckte Juwelen. Genau das war an diesem Abend der Fall. Unser angedachtes Ziel war ein vermeintlicher Campingplatz an einem See in Kroatien. Dieser entpuppte sich als eine kostenlose Campingfläche mitten im Nirgendwo. Abgesehen von zwei Tschechen waren wir diesen Abend allein mit dem See und den Bäumen. Leider war das Wetter an diesem Abend nicht ganz auf unserer Seite, die ‚Dusche‘ im See hätten wir auch einfach im Regen nehmen können. Außerdem mussten die zuvor erworbenen Fischdosen im Zelt verspeist werden. Leben am Limit eben.
23.08.2019 — Tag 9
Die Nacht fand ein jähes Ende, als man ca. 5 Uhr morgens anfing, direkt unter unserem Zimmerfenster lautstark den lokalen Obst- und Gemüsemarkt aufzubauen. Damit sollte ein zeitiger Aufbruch folgen, jedoch nicht ohne das, immerhin schon bezahlte, Hotel-Frühstück zu testen. Auch dabei blieb sich ‚Banana City‘ treu. Es gab nicht mehr und nicht weniger als ein Brötchen mit einer undefinierten Wurst und Hagebuttenmarmelade begleitet von einer Tasse Pfefferminztee. Der Abschied von Sarajevo fiel dementsprechend nicht sehr schwer. Zuvor mussten aber noch kurz die Elektroprobleme vom Vorabend behoben werden.

Der Tag spielte sich hauptsächlich auf Schotterpisten eines Nationalparks ab. Gegen 15 Uhr war die kroatische Grenze erreicht. Hin und wieder stoßen wir bei unseren Touren auf versteckte Juwelen. Genau das war an diesem Abend der Fall. Unser angedachtes Ziel war ein vermeintlicher Campingplatz an einem See in Kroatien. Dieser entpuppte sich als eine kostenlose Campingfläche mitten im Nirgendwo. Abgesehen von zwei Tschechen waren wir diesen Abend allein mit dem See und den Bäumen. Leider war das Wetter an diesem Abend nicht ganz auf unserer Seite, die ‚Dusche‘ im See hätten wir auch einfach im Regen nehmen können. Außerdem mussten die zuvor erworbenen Fischdosen im Zelt verspeist werden. Leben am Limit eben.

24.08.2019 — Tag 10
Auch am nächsten Morgen regnete es wieder. Das verzögerte zwar die Abreise, räumte aber Zeit für einen kurzen Plausch mit unseren tschechischen Leidensgenossen ein. Während der Regen eine kurze Pause einlegte, nutzten wir die Gunst der Stunde für einen hektischen Aufbruch. Bis zur ungarischen Grenze kamen wir zügig durch.
Sicherlich wären wir auch weiter trockenen Fußes vorangekommen, hätte nicht ein Stau am Grenzübergang uns zu einer längeren Pause gezwungen. Grund war eine fehlende Internetverbindung, willkommen im Jahr 2019. Von da an ging es mit immer wiederkehrenden Regenschauern weiter. In Ungarn wurden wir kurzzeitig wieder von einem Radrennen aufgehalten, diesmal war uns die Teilnahme leider nicht möglich.
Am Balaton angekommen, ging die alte Leier mit der Suche nach einem Schlafplatz los. Eine Auswahl an FKK-Plätzen oder übermäßig teuren Hotels wurde der Reihe nach abgelehnt. Schlussendlich fanden wir doch noch einen gemütlichen Zeltplatz an der westlichen Spitze des Plattensees.
An diesem Abend lernten wir Luzi kennen, eine in Österreich lebende Ungarin auf Heimaturlaub. Luzi kam kurz nach uns an und hatte ihren Platz direkt neben unserem. Zwar ist unsere Ausrüstung über die Jahre immer professioneller geworden, aber gegen Luzi sahen wir aus wie erbärmliche Anfänger. Das war eigentlich auch direkt mit ihrer Ankunft klar. Verglichen mit einer BMW F800 GS sehen die Simsons aus wie Spielzeug. Auch der Rest ihres Auftritts war schwer beeindruckend, das Zelt war in unter einer Minute aufgebaut und dann verschwand sie keine 5 Minuten später aufgebrezelt zum örtlichen Stadtfest. Und ich dachte bis dahin, dass die Lehne an meinem Campinghocker die Spitze des Luxus sei.
Nach einer ordentlichen Portion ungarischen Weins ging es begleitet von einer fragwürdigen Coverband, die irgendwo dudelte, ins Bett.


24.08.2019 — Tag 10
Auch am nächsten Morgen regnete es wieder. Das verzögerte zwar die Abreise, räumte aber Zeit für einen kurzen Plausch mit unseren tschechischen Leidensgenossen ein. Während der Regen eine kurze Pause einlegte, nutzten wir die Gunst der Stunde für einen hektischen Aufbruch. Bis zur ungarischen Grenze kamen wir zügig durch.

Sicherlich wären wir auch weiter trockenen Fußes vorangekommen, hätte nicht ein Stau am Grenzübergang uns zu einer längeren Pause gezwungen. Grund war eine fehlende Internetverbindung, willkommen im Jahr 2019. Von da an ging es mit immer wiederkehrenden Regenschauern weiter. In Ungarn wurden wir kurzzeitig wieder von einem Radrennen aufgehalten, diesmal war uns die Teilnahme leider nicht möglich.
Am Balaton angekommen, ging die alte Leier mit der Suche nach einem Schlafplatz los. Eine Auswahl an FKK-Plätzen oder übermäßig teuren Hotels wurde der Reihe nach abgelehnt. Schlussendlich fanden wir doch noch einen gemütlichen Zeltplatz an der westlichen Spitze des Plattensees.

An diesem Abend lernten wir Luzi kennen, eine in Österreich lebende Ungarin auf Heimaturlaub. Luzi kam kurz nach uns an und hatte ihren Platz direkt neben unserem. Zwar ist unsere Ausrüstung über die Jahre immer professioneller geworden, aber gegen Luzi sahen wir aus wie erbärmliche Anfänger. Das war eigentlich auch direkt mit ihrer Ankunft klar. Verglichen mit einer BMW F800 GS sehen die Simsons aus wie Spielzeug. Auch der Rest ihres Auftritts war schwer beeindruckend, das Zelt war in unter einer Minute aufgebaut und dann verschwand sie keine 5 Minuten später aufgebrezelt zum örtlichen Stadtfest. Und ich dachte bis dahin, dass die Lehne an meinem Campinghocker die Spitze des Luxus sei.
Nach einer ordentlichen Portion ungarischen Weins ging es begleitet von einer fragwürdigen Coverband, die irgendwo dudelte, ins Bett.

25./26.08.2019 — Tag 11 und 12
Natürlich kann nicht jeder Tourtag voll von Aktion sein. Manchmal sind wir auch einfach froh, wenn es ruhig vor sich hinläuft. Genau das war an diesen beiden Tagen der Fall, weswegen ich sie hier nur kurz zusammenfasse.
Beide Tage waren hauptsächlich geprägt von der gelegentlichen Suche nach einer Tankstelle und einem Einweggrill. Leider blieb uns Letzterer bis zum Ende der Tour vorenthalten. Auffällig reibungslos ging es für uns von Ungarn durch Österreich vorbei an Wien. Dort legten wir noch eine Übernachtung ein, um an Tag 12 der Tour Richtung Prag zu fahren, wo uns ein hochgradig moderner Campingplatz erwartete.
25./26.08.2019 — Tag 11 und 12
Natürlich kann nicht jeder Tourtag voll von Aktion sein. Manchmal sind wir auch einfach froh, wenn es ruhig vor sich hinläuft. Genau das war an diesen beiden Tagen der Fall, weswegen ich sie hier nur kurz zusammenfasse.
Beide Tage waren hauptsächlich geprägt von der gelegentlichen Suche nach einer Tankstelle und einem Einweggrill. Leider blieb uns Letzterer bis zum Ende der Tour vorenthalten. Auffällig reibungslos ging es für uns von Ungarn durch Österreich vorbei an Wien. Dort legten wir noch eine Übernachtung ein, um an Tag 12 der Tour Richtung Prag zu fahren, wo uns ein hochgradig moderner Campingplatz erwartete.


27.08.2019 — Tag 13
Endlich nach Hause! Gegen 15 Uhr passierten wir den Ortseingang von Medingen. Nach 13 Tagen Tour durch 9 Länder und ca. 3600 km war die Luft raus. Das war die bisher längste von uns gefahrene Tour auf der Simson. Sowohl die Schwalbe als auch die S51 haben wieder exzellent performt. Wird langsam Zeit für was Neues, oder? Vorher haben wir aber noch eine Simson-Tour in Petto!
27.08.2019 — Tag 13
Endlich nach Hause! Gegen 15 Uhr passierten wir den Ortseingang von Medingen. Nach 13 Tagen Tour durch 9 Länder und ca. 3600 km war die Luft raus. Das war die bisher längste von uns gefahrene Tour auf der Simson. Sowohl die Schwalbe als auch die S51 haben wieder exzellent performt. Wird langsam Zeit für was Neues, oder? Vorher haben wir aber noch eine Simson-Tour in Petto!

