Die Tour nach Polen ist die vorerst letzte mit der Simson gewesen. Dem geneigten Leser wird auf den Bildern die deutliche Veränderung der Schwalbe auffallen. Tatsächlich wurde meine Schwalbe im vorangegangenen Winter grundlegend überarbeitet. Das war das erste Jahr, in dem ich mal schneller war als Hannes. Und auch sonst hatte diese zunächst fast schon langweilige Tour letztendlich doch einiges zu bieten! Vom 11.08.2021 bis zum 17.08.2021 ging es nach Danzig und — wie immer natürlich — auch wieder zurück.
Autor: Lennard am 18.10.2023



11.08.2021 — Tag 1
Wie ich bereits oben erwähnt habe, hat die Schwalbe vor dieser Tour eine ordentliche Frischzellenkur erhalten. Das führte dazu, dass ab dem Start in Medingen eine erhebliche Steigerung in der Durchschnittsgeschwindigkeit verzeichnet werden konnte.
Leider hatte das auch zur Folge, dass Vogel und Reiter zunächst erst wieder etwas zueinander finden mussten. Zum Glück blieben große Pannen zunächst aus. Ein abgefallenes Bremspedal nach den ersten 10 km konnte ich dank eines freundlichen Anhängerbauers direkt im Nachbardorf wieder montieren.
Nach dieser kleinen Eskapade ging es für uns zügig durch die Lausitz in Richtung der polnischen Grenze. Vorher lernte ich aber noch auf die harte Tour, dass sich mit der gesteigerten Leistung meiner Schwalbe auch der Verbrauch fast verdoppelt hat! Das führte dazu, dass ich im tiefsten Nirgendwo, fernab jeglicher Tankstelle, trocken lief. Also leerte ich kurzerhand meine Wasserflasche und Hannes spendete mir freundlicherweise einen Teil seines Sprits. Im Anschluss folgten relativ viele Pinkelpausen…
An der rettenden Tankstelle hatte Hannes seinen großen Auftritt: während er gemütlich tankte, fing sein Moped an, auffällig zu qualmen! Nicht ganz so entspannt wurde das Moped also von der Zapfsäule entfernt. Der Schuldige war schnell gefunden, es war ein Teil seiner USB-Ladevorrichtung chinesischer Machart.
Der restliche Tag verlief ruhig. Wir passierten die polnische Grenze und suchten uns am Abend einen Schlafplatz in einem Wald. Ein fast schon historischer Platz, denn es war der Geburtsort der Hartz 4‑Bolognese! Hier nun also das Rezept aus dem, zugegebenermaßen nicht allzu großem, Surfahl-Kochbuch:
Man nehme eine Dose billigstes Frühstücksfleisch, dazu ein Glas des günstigsten Pestos und kombiniere das Ganze mit einer gottlosen Menge Nudeln. Wahlweise kann man das Dosenfleisch noch im unbeschichteten Edelstahltopf anrösten, was meist zu einem nur schwer zu entfernenden Einbrand führt. Das Salz im Dosenfleisch und Pesto ersetzt dabei gleich das fehlende Salz für die Nudeln. Fertig und schmecken lassen!
11.08.2021 — Tag 1
Wie ich bereits oben erwähnt habe, hat die Schwalbe vor dieser Tour eine ordentliche Frischzellenkur erhalten. Das führte dazu, dass ab dem Start in Medingen eine erhebliche Steigerung in der Durchschnittsgeschwindigkeit verzeichnet werden konnte.
Leider hatte das auch zur Folge, dass Vogel und Reiter zunächst erst wieder etwas zueinander finden mussten. Zum Glück blieben große Pannen zunächst aus. Ein abgefallenes Bremspedal nach den ersten 10 km konnte ich dank eines freundlichen Anhängerbauers direkt im Nachbardorf wieder montieren.

Nach dieser kleinen Eskapade ging es für uns zügig durch die Lausitz in Richtung der polnischen Grenze. Vorher lernte ich aber noch auf die harte Tour, dass sich mit der gesteigerten Leistung meiner Schwalbe auch der Verbrauch fast verdoppelt hat! Das führte dazu, dass ich im tiefsten Nirgendwo, fernab jeglicher Tankstelle, trocken lief. Also leerte ich kurzerhand meine Wasserflasche und Hannes spendete mir freundlicherweise einen Teil seines Sprits. Im Anschluss folgten relativ viele Pinkelpausen…
An der rettenden Tankstelle hatte Hannes seinen großen Auftritt: während er gemütlich tankte, fing sein Moped an, auffällig zu qualmen! Nicht ganz so entspannt wurde das Moped also von der Zapfsäule entfernt. Der Schuldige war schnell gefunden, es war ein Teil seiner USB-Ladevorrichtung chinesischer Machart.

Der restliche Tag verlief ruhig. Wir passierten die polnische Grenze und suchten uns am Abend einen Schlafplatz in einem Wald. Ein fast schon historischer Platz, denn es war der Geburtsort der Hartz 4‑Bolognese! Hier nun also das Rezept aus dem, zugegebenermaßen nicht allzu großem, Surfahl-Kochbuch:
Man nehme eine Dose billigstes Frühstücksfleisch, dazu ein Glas des günstigsten Pestos und kombiniere das Ganze mit einer gottlosen Menge Nudeln. Wahlweise kann man das Dosenfleisch noch im unbeschichteten Edelstahltopf anrösten, was meist zu einem nur schwer zu entfernenden Einbrand führt. Das Salz im Dosenfleisch und Pesto ersetzt dabei gleich das fehlende Salz für die Nudeln. Fertig und schmecken lassen!

12./13.08.2019 — Tag 2 und 3
An dieser Stelle fasse ich wieder zwei Tage zusammen, Ihr wisst Bescheid.
Nach den kleineren Querelen des Vortages erwartete uns nach einem schönen Einkaufswagenfrühstück eine entspannte Fahrt durch das sonnige Polen nach Danzig.
In Danzig erreichten wir einen im Wald gelegenen Campingplatz. Dort versuchte Hannes sein Zündschloss, was unter seiner kleinen Feuershow doch etwas gelitten hatte, zu richten. Der Heilungsversuch wurde aber, wenn ich mich richtig erinnere, bald abgebrochen. Abends kamen dann noch zu unserer Unterhaltung unsere beiden polnischen Zeltnachbarinnen schwer angetrunken angestürzt, richtig idyllisch also.
Am darauffolgenden Tag passierte etwas fast schon unglaubliches: wir machten sowas wie Urlaub! So richtig mit Ausflug nach Danzig, am Strand abhängen und Würstchen auf dem Gaskocher grillen. Das lief alles auffällig ruhig, eventuell hätten wir da schon stutzig werden müssen.


12./13.08.2019 — Tag 2 und 3
An dieser Stelle fasse ich wieder zwei Tage zusammen, Ihr wisst Bescheid.
Nach den kleineren Querelen des Vortages erwartete uns nach einem schönen Einkaufswagenfrühstück eine entspannte Fahrt durch das sonnige Polen nach Danzig.
In Danzig erreichten wir einen im Wald gelegenen Campingplatz. Dort versuchte Hannes sein Zündschloss, was unter seiner kleinen Feuershow doch etwas gelitten hatte, zu richten. Der Heilungsversuch wurde aber, wenn ich mich richtig erinnere, bald abgebrochen. Abends kamen dann noch zu unserer Unterhaltung unsere beiden polnischen Zeltnachbarinnen schwer angetrunken angestürzt, richtig idyllisch also.

Am darauffolgenden Tag passierte etwas fast schon unglaubliches: wir machten sowas wie Urlaub! So richtig mit Ausflug nach Danzig, am Strand abhängen und Würstchen auf dem Gaskocher grillen. Das lief alles auffällig ruhig, eventuell hätten wir da schon stutzig werden müssen.




14.08.2021 — Tag 4
Am vierten Tag war es vor Ruhe fast nicht mehr auszuhalten. Wir sattelten also die Böcke, legten am Morgen noch einen kurzen Stopp am örtlichen Lidl für ein Einkaufswagenfrühstück ein und brachen dann entlang der Ostseeküste in Richtung Westen auf.
Auf ungefähr der Hälfte der Strecke zum angepeilten Tagesziel passierte es dann: es gab einen fetten Schlag und Hannes Moped verteilte Teile seiner Kette samt Umhausung inklusive seines hinteren Radlagers bei voller Fahrt in einem Kaff namens Słupsk. Da standen wir also an einem Samstagnachmittag im polnischen Hinterland…schöne Scheiße.
Nach kurzem ratlosen Gucken machte sich Hannes an die Demontage seines Hinterrades und ich fing an, die Straße nach eventuell noch brauchbaren Teilen bzw. größeren Trümmern abzusuchen. Während wir dort vor uns hindümpelten, fuhr auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Motorradfahrer vom Hof einer Werkstatt. Wojtek entpuppte sich als maximal hilfsbereiter Kfz-Mechaniker! Der Typ war die Rettung. Kurzerhand versetzte er seine Freundin und orderte Teile über seine Freunde, die ca. 30 km entfernt waren. Die machten sich, wie sollte es anders sein, direkt auf den Weg, um uns mit einem neuen Kettenschloss und Kugellagern zu versorgen. Währenddessen wurde Hannes Moped in der Werkstatt demontiert.
Wojteks Freunde kamen in einer Weise vorgefahren, die polnischer nicht hätte sein können. Aus einem halb zerfallenen Passat stiegen zwei mehr als kräftige Typen und eine Frau aus, alle in Adidas. Während Hannes und Wojtek sich daran machten, das Moped wieder gangbar zu machen, wurde ich in ein Gespräch mit den Ersatzteillieferanten verwickelt.
Dank der Hilfe von Wojtek und seinen Leuten war die S51 am späten Nachmittag wieder startklar. Mittlerweile hatte ich neue Freunde gefunden. Besonders Wojteks Freund Adrian, hatte uns sehr ins Herz geschlossen. Wir tauschten noch Kontakte aus (“falls noch was ist”) und entschieden dann, einen Campingplatz am Meer in unmittelbarer Nähe anzusteuern. So zumindest der Plan.
Als wir im Supermarkt standen, um uns für den Abend auszustatten, kam nämlich eine Einladung zu einer kleinen Grillparty von unseren neu gewonnenen Freunden. “Grillparty” ist ein zurückhaltendes Wort für das, was uns dort erwartete. Alles fing harmlos mit ein paar polnischen Grillspezialitäten und ein paar Bier an. Je später es wurde, desto mehr füllte sich die kleine Gartensparte, in die wir eingeladen wurden. Besonders Wojtek, der mit seiner leicht angesäuerten Freundin ankam, begoss mit uns mehrfach den erfolgreichen Tag. Dann fragte Hannes nach polnischem Selbstgebrannten. Dieser wurde nach einer halben Stunde von einem Bekannten aus einem der umliegenden Dörfer geliefert.
14.08.2021 — Tag 4
Am vierten Tag war es vor Ruhe fast nicht mehr auszuhalten. Wir sattelten also die Böcke, legten am Morgen noch einen kurzen Stopp am örtlichen Lidl für ein Einkaufswagenfrühstück ein und brachen dann entlang der Ostseeküste in Richtung Westen auf.
Auf ungefähr der Hälfte der Strecke zum angepeilten Tagesziel passierte es dann: es gab einen fetten Schlag und Hannes Moped verteilte Teile seiner Kette samt Umhausung inklusive seines hinteren Radlagers bei voller Fahrt in einem Kaff namens Słupsk. Da standen wir also an einem Samstagnachmittag im polnischen Hinterland…schöne Scheiße.

Nach kurzem ratlosen Gucken machte sich Hannes an die Demontage seines Hinterrades und ich fing an, die Straße nach eventuell noch brauchbaren Teilen bzw. größeren Trümmern abzusuchen. Während wir dort vor uns hindümpelten, fuhr auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Motorradfahrer vom Hof einer Werkstatt. Wojtek entpuppte sich als maximal hilfsbereiter Kfz-Mechaniker! Der Typ war die Rettung. Kurzerhand versetzte er seine Freundin und orderte Teile über seine Freunde, die ca. 30 km entfernt waren. Die machten sich, wie sollte es anders sein, direkt auf den Weg, um uns mit einem neuen Kettenschloss und Kugellagern zu versorgen. Währenddessen wurde Hannes Moped in der Werkstatt demontiert.

Wojteks Freunde kamen in einer Weise vorgefahren, die polnischer nicht hätte sein können. Aus einem halb zerfallenen Passat stiegen zwei mehr als kräftige Typen und eine Frau aus, alle in Adidas. Während Hannes und Wojtek sich daran machten, das Moped wieder gangbar zu machen, wurde ich in ein Gespräch mit den Ersatzteillieferanten verwickelt.
Dank der Hilfe von Wojtek und seinen Leuten war die S51 am späten Nachmittag wieder startklar. Mittlerweile hatte ich neue Freunde gefunden. Besonders Wojteks Freund Adrian, hatte uns sehr ins Herz geschlossen. Wir tauschten noch Kontakte aus (“falls noch was ist”) und entschieden dann, einen Campingplatz am Meer in unmittelbarer Nähe anzusteuern. So zumindest der Plan.
Als wir im Supermarkt standen, um uns für den Abend auszustatten, kam nämlich eine Einladung zu einer kleinen Grillparty von unseren neu gewonnenen Freunden. “Grillparty” ist ein zurückhaltendes Wort für das, was uns dort erwartete. Alles fing harmlos mit ein paar polnischen Grillspezialitäten und ein paar Bier an. Je später es wurde, desto mehr füllte sich die kleine Gartensparte, in die wir eingeladen wurden. Besonders Wojtek, der mit seiner leicht angesäuerten Freundin ankam, begoss mit uns mehrfach den erfolgreichen Tag. Dann fragte Hannes nach polnischem Selbstgebrannten. Dieser wurde nach einer halben Stunde von einem Bekannten aus einem der umliegenden Dörfer geliefert.

15./16./17.08.2021 – Tag 5, 6 und 7
Wir fanden uns am nächsten Morgen in Adrians Gartenhäuschen wieder, in dem er uns hat schlafen lassen. Das hatte gesessen. Adrian war etwas verwundert, dass wir schon gegen 9 Uhr wieder stehen konnten. Zum Frühstück gab es Apfelkuchen, der leider auch nicht wirklich geholfen hat.
Als Abschiedsgeschenk wurden wir von Adrian mit eingemachten Gurken bedacht. Mehr schlecht als recht kämpften wir uns durch den Tag. Unter dem Eindruck des vorherigen Tages wurde entschieden, dass eine direkte Heimreise doch ratsam wäre.
Das klappte auch erstaunlich gut! Wojteks Übergangslösung an Hannes Moped hielt wunderbar. Wir schliefen noch eine Nacht auf einem polnischen Acker und eine am Schwielochsee. An letzterem lernten wir noch die Legende, den König der Bratwürste kennen. Warum wir ihn so getauft haben, bleibt eurer Fantasie überlassen.
Am 17.08.2021 war es dann geschafft. Obwohl es nicht die längste Runde war und es zwischendurch sehr ruhige Phasen gab, war es die bis dahin technisch und menschlich spannendste Tour. Beide Simsons haben auf ihre Weise, wie auch in den letzten Jahren, exzellent performt.
Jetzt wird es aber mal Zeit für etwas Neues, oder? Seid gespannt!


15./16./17.08.2021 – Tag 5, 6 und 7
Wir fanden uns am nächsten Morgen in Adrians Gartenhäuschen wieder, in dem er uns hat schlafen lassen. Das hatte gesessen. Adrian war etwas verwundert, dass wir schon gegen 9 Uhr wieder stehen konnten. Zum Frühstück gab es Apfelkuchen, der leider auch nicht wirklich geholfen hat.
Als Abschiedsgeschenk wurden wir von Adrian mit eingemachten Gurken bedacht. Mehr schlecht als recht kämpften wir uns durch den Tag. Unter dem Eindruck des vorherigen Tages wurde entschieden, dass eine direkte Heimreise doch ratsam wäre.

Das klappte auch erstaunlich gut! Wojteks Übergangslösung an Hannes Moped hielt wunderbar. Wir schliefen noch eine Nacht auf einem polnischen Acker und eine am Schwielochsee. An letzterem lernten wir noch die Legende, den König der Bratwürste kennen. Warum wir ihn so getauft haben, bleibt eurer Fantasie überlassen.

Am 17.08.2021 war es dann geschafft. Obwohl es nicht die längste Runde war und es zwischendurch sehr ruhige Phasen gab, war es die bis dahin technisch und menschlich spannendste Tour. Beide Simsons haben auf ihre Weise, wie auch in den letzten Jahren, exzellent performt.
Jetzt wird es aber mal Zeit für etwas Neues, oder? Seid gespannt!
