Tja, was soll man sagen, manche Ebay-Kleinanzeigen Angebote sind einfach zu gut, um sie gehen zu lassen. Als wir im Herbst 2021 spontan ein DDR-Faltboot Typ RZ 85 samt Außenbordmotor “Tümmler” deutlich unter Marktwert kauften, war uns noch nicht ganz klar, dass damit das kommende Tour-Gefährt bereits entschieden war. Schnell war dann auch das passende Ziel gefunden. Vom 31.08.2022 bis zum 10.09.2022 ging es nach Kiel über die Elbe und den Nord-Ostsee-Kanal.
Autor: Hannes am 21.11.2023


31.08.2022 — Tag 1
Die Zeit vom Herbst bis in den Sommer verflog im Nu und wurde von uns genutzt, um die notwendigen Vorbereitungen, wie Näharbeiten an der Bootshaut und eine Motorrevision vorzunehmen. Letztere konnte leider nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, sodass kurzfristig ein zweiter Tümmler in angeblich neuwertigem Zustand beschafft wurde.
Und dann war es auch schon so weit, am 31.08.2022 fanden wir uns an einem Bootssteg in Dresden Blasewitz ein, um auf große Fahrt zu gehen. Vor dem Ablegen durfte natürlich auch die obligatorische Bootstaufe nicht fehlen. So tauften wir unser Faltboot im Beisein unserer Familien feierlich mit Sekt auf den Namen “Wilde Mathilde”. Nachdem der Sekt getrunken und das Boot beschriftet war, sollte es nun endlich losgehen. Unserer souveränen Abfahrt stellte sich jedoch der Tümmler entgegen. Hatte dieser beim Probelauf noch klaglos funktioniert, so ließ sich ihm jetzt kein Mucks entringen. Im Kampf Mensch gegen Maschine gab schließlich zweitere nach, die Anlaßerleine riss ab… Da uns, in alter Tour-Manier, mal wieder das passende Werkzeug fehlte, wurde die Reparatur kurzerhand in die benachbarte Garage der DLRG verlagert.
Doch auch nach diesem kurzen Intermezzo wollte der Tümmler nicht starten. So entschieden Lennard und ich, schließlich zunächst loszupaddeln, da wir nicht noch mehr Zeit am Steg vergeuden wollten. Gesagt, getan. Schnell waren wir uns einig: Das kann so nicht bleiben, viel zu langsam und anstrengend! Schließlich erreichten wir nach 20 mühsamen Kilometern das Wassersportzentrum Radebeul, wo wir uns für die Nacht mit dem Zelt auf der Wiese einquartierten. Nachdem das Boot sicher verstaut und die Zelte aufgebaut waren, wagten wir noch mal einen Versuch mit dem Tümmler. Dieser sprang natürlich direkt beim ersten Versuch an, als hätte es nie ein Problem gegeben. Weiß der Geier, was da wieder los war. Mit diesem Erfolg konnten wir auf jeden Fall beruhigter schlafen gehen.
31.08.2022 — Tag 1
Die Zeit vom Herbst bis in den Sommer verflog im Nu und wurde von uns genutzt, um die notwendigen Vorbereitungen, wie Näharbeiten an der Bootshaut und eine Motorrevision vorzunehmen. Letztere konnte leider nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, sodass kurzfristig ein zweiter Tümmler in angeblich neuwertigem Zustand beschafft wurde.
Und dann war es auch schon so weit, am 31.08.2022 fanden wir uns an einem Bootssteg in Dresden Blasewitz ein, um auf große Fahrt zu gehen. Vor dem Ablegen durfte natürlich auch die obligatorische Bootstaufe nicht fehlen. So tauften wir unser Faltboot im Beisein unserer Familien feierlich mit Sekt auf den Namen “Wilde Mathilde”. Nachdem der Sekt getrunken und das Boot beschriftet war, sollte es nun endlich losgehen. Unserer souveränen Abfahrt stellte sich jedoch der Tümmler entgegen. Hatte dieser beim Probelauf noch klaglos funktioniert, so ließ sich ihm jetzt kein Mucks entringen. Im Kampf Mensch gegen Maschine gab schließlich zweitere nach, die Anlaßerleine riss ab… Da uns, in alter Tour-Manier, mal wieder das passende Werkzeug fehlte, wurde die Reparatur kurzerhand in die benachbarte Garage der DLRG verlagert.

Doch auch nach diesem kurzen Intermezzo wollte der Tümmler nicht starten. So entschieden Lennard und ich, schließlich zunächst loszupaddeln, da wir nicht noch mehr Zeit am Steg vergeuden wollten. Gesagt, getan. Schnell waren wir uns einig: Das kann so nicht bleiben, viel zu langsam und anstrengend! Schließlich erreichten wir nach 20 mühsamen Kilometern das Wassersportzentrum Radebeul, wo wir uns für die Nacht mit dem Zelt auf der Wiese einquartierten. Nachdem das Boot sicher verstaut und die Zelte aufgebaut waren, wagten wir noch mal einen Versuch mit dem Tümmler. Dieser sprang natürlich direkt beim ersten Versuch an, als hätte es nie ein Problem gegeben. Weiß der Geier, was da wieder los war. Mit diesem Erfolg konnten wir auf jeden Fall beruhigter schlafen gehen.

01.09.2022 — Tag 2
Der zweite Tourtag begann für uns mit einem Fußmarsch zur nächstgelegenen Tanke. Da wir nun ja über einen funktionierenden Motor verfügten, brauchten wir natürlich auch Sprit. So füllten wir unseren 20 l Kanister und deckten uns im Supermarkt mit Verpflegung für die nächsten Tage ein. Diese zähen Landgänge sollten uns die gesamte Tour über begleiten, waren sie doch unsere einzige Möglichkeit, uns zu versorgen. Zurück am Boot wurden noch schnell das Gepäck vor dem aufziehenden Regenschauer gerettet, bevor wir endlich frühstücken konnten. Zum Glück legte sich der Regen zügig, sodass wir die Mathilde zu Wasser lassen konnten und uns für den Start bereit machten. Doch auch an diesem Tag sträubte sich der Tümmler zunächst. Das Erfolgsrezept war jedoch schnell gefunden: Kühlwasserversorgung sicherstellen, etwas Choke und dann rittlings auf dem Steg sitzend anreißen, als gäbe es kein Morgen! (Dabei nach Möglichkeit die fragile Motorhalterung nicht vom Boot abreißen)
Dieser raffinierten Technik konnte sich der Tümmler nicht widersetzen, sodass wir wenig später Kraft unserer 3,5 PS über die Elbe glitten. Bei bestem Wetter genossen wir die Fahrt und die vorbeiziehende Landschaft. Leicht getrübt wurde der Fahrspaß nur von dem ohrenbetäubenden Lärm, den der Tümmler uns entgegen brüllte, und dem nahezu nicht existierenden Sitzkomfort in der Mathilde. So passierten wir Meißen und erreichten gegen Mittag einen kleinen Steg bei Bößgen. Nach einer schnellen Stärkung und etwas Beine Vertreten war Fahrerwechsel angesagt.
Der nach der Pause auffrischende Wind zeigte uns bereits am zweiten Tag eine andere Seite der Elbe. Die Wellen und unsere extrem hohe Wasserlinie führten zu einem nicht zu verachtenden Wassereintrag in die Mathilde. Doch kein Problem für Team Surfahl. Wo große Schiffe eine Lenzpumpe einsetzen, hatten wir eine handbetriebene Benzinpumpe! So wurde Lennard als Beifahrer damit betraut, uns regelmäßig wieder leer zu pumpen, welch ein Spaß… Gut durchfeuchtet und leicht gekühlt erreichten wir gegen Abend nach 69 km den Seesportclub Belgern/Torgau. Eine Unterkunft, die meine Wasserwanderkarte der Elbe ausgespuckt hatte. Scheinbar lag der letzte Gästebesuch schon etwas zurück. Nach einem Telefonat mit einem überraschten Club-Vorstand überließ man uns dann doch die Schlüssel zum Bootshaus. So konnten wir eine Dusche und eine ruhige Nacht in “DDR-Charme” genießen.


01.09.2022 — Tag 2
Der zweite Tourtag begann für uns mit einem Fußmarsch zur nächstgelegenen Tanke. Da wir nun ja über einen funktionierenden Motor verfügten, brauchten wir natürlich auch Sprit. So füllten wir unseren 20 l Kanister und deckten uns im Supermarkt mit Verpflegung für die nächsten Tage ein. Diese zähen Landgänge sollten uns die gesamte Tour über begleiten, waren sie doch unsere einzige Möglichkeit, uns zu versorgen. Zurück am Boot wurden noch schnell das Gepäck vor dem aufziehenden Regenschauer gerettet, bevor wir endlich frühstücken konnten. Zum Glück legte sich der Regen zügig, sodass wir die Mathilde zu Wasser lassen konnten und uns für den Start bereit machten. Doch auch an diesem Tag sträubte sich der Tümmler zunächst. Das Erfolgsrezept war jedoch schnell gefunden: Kühlwasserversorgung sicherstellen, etwas Choke und dann rittlings auf dem Steg sitzend anreißen, als gäbe es kein Morgen! (Dabei nach Möglichkeit die fragile Motorhalterung nicht vom Boot abreißen)
Dieser raffinierten Technik konnte sich der Tümmler nicht widersetzen, sodass wir wenig später Kraft unserer 3,5 PS über die Elbe glitten. Bei bestem Wetter genossen wir die Fahrt und die vorbeiziehende Landschaft. Leicht getrübt wurde der Fahrspaß nur von dem ohrenbetäubenden Lärm, den der Tümmler uns entgegen brüllte, und dem nahezu nicht existierenden Sitzkomfort in der Mathilde. So passierten wir Meißen und erreichten gegen Mittag einen kleinen Steg bei Bößgen. Nach einer schnellen Stärkung und etwas Beine Vertreten war Fahrerwechsel angesagt.

Der nach der Pause auffrischende Wind zeigte uns bereits am zweiten Tag eine andere Seite der Elbe. Die Wellen und unsere extrem hohe Wasserlinie führten zu einem nicht zu verachtenden Wassereintrag in die Mathilde. Doch kein Problem für Team Surfahl. Wo große Schiffe eine Lenzpumpe einsetzen, hatten wir eine handbetriebene Benzinpumpe! So wurde Lennard als Beifahrer damit betraut, uns regelmäßig wieder leer zu pumpen, welch ein Spaß… Gut durchfeuchtet und leicht gekühlt erreichten wir gegen Abend nach 69 km den Seesportclub Belgern/Torgau. Eine Unterkunft, die meine Wasserwanderkarte der Elbe ausgespuckt hatte. Scheinbar lag der letzte Gästebesuch schon etwas zurück. Nach einem Telefonat mit einem überraschten Club-Vorstand überließ man uns dann doch die Schlüssel zum Bootshaus. So konnten wir eine Dusche und eine ruhige Nacht in “DDR-Charme” genießen.



02.09.2022 — Tag 3
Pünktlich zum Frühstück gesellte sich dann Verstärkung zum Team Surfahl. Adrian, ein Kommilitone von Lennard, war von unserer Touridee derart begeistert gewesen, dass er uns für zwei Tage mit seinem eigenen Faltboot begleiten wollte. So machten wir uns ans Werk, sein Boot aufzubauen und zu beladen. Kurz bevor wir bereit zum Aufbruch waren, rollte dann plötzlich die lokale Wasserwacht am Steg vor. Nachdem die zwei Beamten sich ein Bild von der Lage gemacht hatten, wies man uns freundlich auf die Kennzeichnungspflicht für unsere Boote hin. Der kamen wir nur allzu gerne nach, so wurde die Mathilde mit einem auch auf der zweiten Seite beschriftet und Adrians Boot kurzerhand auf “Milchen” getauft. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei den Herren ebenfalls um Faltboot-Fans, welche nach einigen freundlichen Tipps wieder ihrer Wege gingen. Für uns ein Moment des Aufatmens, sahen wir doch mit Unbehagen, wie sich von der Mathilde eine Öllache ins Hafenbecken ausbreitete. Nochmal Glück gehabt!
Dann, endlich wieder auf dem Wasser, mussten wir zunächst eine geeignete Methode finden, um Adrian in den Schlepp zu nehmen. Der erste Ansatz mit Schleppleine wurde jedoch schnell zugunsten eines seitlichen Festhaltens verworfen. Dies bot die Möglichkeit, sich nicht schreiend verständigen zu müssen und stabilisierte uns zusätzlich bei unseren akrobatischen Tankmanövern. In dieser neuen Form und in bester Gesellschaft machten wir problemlos weiter gute Fahrt und die Kilometer schmolzen dahin. Diese Idylle war dem Tümmler scheinbar zu viel des Guten, ohne Ankündigung versagte er uns bei voller Fahrt den Dienst. Etwas ungünstig, da wir gerade in Anfahrt auf eine Gierfähre waren. Diese passierten wir, panischem Paddeln sei Dank, jedoch sicher. Die folgende Fehlerdiagnose am Tümmler war uneindeutig. Sprit, Kühlwasser, alles da! So griffen wir zum Allheilmittel für Zweitakter, dem Zündkerzenwechsel. Dieser bot für mich auf der Elbe nochmal einen ganz neuen Nervenkitzel, konnten doch Kerze und unser einziger Kerzenschlüssel sich bei einer Unachtsamkeit in die Tiefen des Gewässers verabschieden. Die Behandlung schlug an und kurze Zeit später “flogen” wir wieder über die Elbe (bei ca. 10 km/h).
Der weitere Tag verlief problemfrei und wir fanden nach einem kurzen Landgang einen erstklassigen Wildcampingspot. Diese geschützte Sandbank mit Elbromantik rangiert auf jeden Fall unter unseren bisherigen Top 5! Zufrieden mit den gefahrenen 67 Tageskilometern ließen wir den Tag mit einem Bier zum Sonnenuntergang ausklingen.
02.09.2022 — Tag 3
Pünktlich zum Frühstück gesellte sich dann Verstärkung zum Team Surfahl. Adrian, ein Kommilitone von Lennard, war von unserer Touridee derart begeistert gewesen, dass er uns für zwei Tage mit seinem eigenen Faltboot begleiten wollte. So machten wir uns ans Werk, sein Boot aufzubauen und zu beladen. Kurz bevor wir bereit zum Aufbruch waren, rollte dann plötzlich die lokale Wasserwacht am Steg vor. Nachdem die zwei Beamten sich ein Bild von der Lage gemacht hatten, wies man uns freundlich auf die Kennzeichnungspflicht für unsere Boote hin. Der kamen wir nur allzu gerne nach, so wurde die Mathilde mit einem auch auf der zweiten Seite beschriftet und Adrians Boot kurzerhand auf “Milchen” getauft. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei den Herren ebenfalls um Faltboot-Fans, welche nach einigen freundlichen Tipps wieder ihrer Wege gingen. Für uns ein Moment des Aufatmens, sahen wir doch mit Unbehagen, wie sich von der Mathilde eine Öllache ins Hafenbecken ausbreitete. Nochmal Glück gehabt!
Dann, endlich wieder auf dem Wasser, mussten wir zunächst eine geeignete Methode finden, um Adrian in den Schlepp zu nehmen. Der erste Ansatz mit Schleppleine wurde jedoch schnell zugunsten eines seitlichen Festhaltens verworfen. Dies bot die Möglichkeit, sich nicht schreiend verständigen zu müssen und stabilisierte uns zusätzlich bei unseren akrobatischen Tankmanövern. In dieser neuen Form und in bester Gesellschaft machten wir problemlos weiter gute Fahrt und die Kilometer schmolzen dahin. Diese Idylle war dem Tümmler scheinbar zu viel des Guten, ohne Ankündigung versagte er uns bei voller Fahrt den Dienst. Etwas ungünstig, da wir gerade in Anfahrt auf eine Gierfähre waren. Diese passierten wir, panischem Paddeln sei Dank, jedoch sicher. Die folgende Fehlerdiagnose am Tümmler war uneindeutig. Sprit, Kühlwasser, alles da! So griffen wir zum Allheilmittel für Zweitakter, dem Zündkerzenwechsel. Dieser bot für mich auf der Elbe nochmal einen ganz neuen Nervenkitzel, konnten doch Kerze und unser einziger Kerzenschlüssel sich bei einer Unachtsamkeit in die Tiefen des Gewässers verabschieden. Die Behandlung schlug an und kurze Zeit später “flogen” wir wieder über die Elbe (bei ca. 10 km/h).

Der weitere Tag verlief problemfrei und wir fanden nach einem kurzen Landgang einen erstklassigen Wildcampingspot. Diese geschützte Sandbank mit Elbromantik rangiert auf jeden Fall unter unseren bisherigen Top 5! Zufrieden mit den gefahrenen 67 Tageskilometern ließen wir den Tag mit einem Bier zum Sonnenuntergang ausklingen.

03.09.2022 — Tag 4
Der vierte Tag begann mit einem idyllischen Frühstück auf unserer Sandbank, bevor wir nach dem Zusammenpacken wieder in See stachen. An diesem Morgen startete der Tümmler zur Abwechslung äußerst willig und bereitete auch den restlichen Tag lang keinerlei Probleme. So konnten wir an diesem sonnigen Tag ungestört die Natur entlang der Elbe genießen. Die vierte Tagesetappe war von einem relativ unspektakulären Verlauf der Elbe gekennzeichnet, sodass nur die vereinzelten Gierfähren unserer Aufmerksamkeit bedurften. Diese passierten wir stets einzeln, was uns im Laufe des Tages die Chance gab, unser Andockmanöver zu perfektionieren.
Die insgesamt 63,5 km waren schnell geschafft und wir konnten uns am frühen Abend wieder eine Sandbank bei Brambach als Campingspot suchen. Leider war diese nicht so geschützt wie die Vorherige, denn als wir unser Gepäck entladen hatten und dabei waren den Einweg-Grill für das Abendessen zu entzünden, stattete uns das örtliche Ordnungsamt einen Besuch ab. Diese teilten uns mit, dass Camping hier verboten sei, aber ohne Zelt sei das eine andere Sache. Diesen Tipp nahmen wir dankend entgegen und schliefen diese Nacht unter dem klaren Sternenhimmel.


03.09.2022 — Tag 4
Der vierte Tag begann mit einem idyllischen Frühstück auf unserer Sandbank, bevor wir nach dem Zusammenpacken wieder in See stachen. An diesem Morgen startete der Tümmler zur Abwechslung äußerst willig und bereitete auch den restlichen Tag lang keinerlei Probleme. So konnten wir an diesem sonnigen Tag ungestört die Natur entlang der Elbe genießen. Die vierte Tagesetappe war von einem relativ unspektakulären Verlauf der Elbe gekennzeichnet, sodass nur die vereinzelten Gierfähren unserer Aufmerksamkeit bedurften. Diese passierten wir stets einzeln, was uns im Laufe des Tages die Chance gab, unser Andockmanöver zu perfektionieren.

Die insgesamt 63,5 km waren schnell geschafft und wir konnten uns am frühen Abend wieder eine Sandbank bei Brambach als Campingspot suchen. Leider war diese nicht so geschützt wie die Vorherige, denn als wir unser Gepäck entladen hatten und dabei waren den Einweg-Grill für das Abendessen zu entzünden, stattete uns das örtliche Ordnungsamt einen Besuch ab. Diese teilten uns mit, dass Camping hier verboten sei, aber ohne Zelt sei das eine andere Sache. Diesen Tipp nahmen wir dankend entgegen und schliefen diese Nacht unter dem klaren Sternenhimmel.



04.09.2022 — Tag 5
Nach zwei Tagen Urlaub mit Team Surfahl musste uns Adrian bedauerlicherweise schon wieder verlassen. So bauten wir an diesem Morgen zunächst seine Milchen auseinander, bevor sein Hab und Gut an die nächstgelegene Straße trugen. Dort wartete bereits seine Freundin mit dem Auto und einem erstklassigen Frühstückspicknick auf uns.
So gestärkt und auf die alte Teamstärke reduziert, setzten Lennard und ich unseren Weg auf der Elbe fort. Deutlich zu spüren war die reduzierte Belastung für den Tümmler. Dieser trieb uns schon fast sportlich auf dem Fluss entlang und in der Spitze konnten wahnsinnige 20 km/h erreicht werden! Derart beschleunigt glitten wir auf der zunehmend breiteren Elbe auf Magdeburg zu. Dort passierten wir auch die sogenannten “Domfelsen” welche zusammen mit dem niedrigen Wasserspiegel zu Stromschnellen in der Elbe führten. Diese bewältigte die Mathilde unter beunruhigendem Knarzen jedoch erfolgreich. So konnten wir unsere Fahrt gen Norden ungestört fortsetzen, unser heutiges Tagesziel: der Kanu-Sportclub Rogätz.
Kurz vor unserer Ankunft begann sich das Wetter zu verschlechtern und es kündigte sich ein Gewitter an. Unter Hochdruck wurde dem Tümmler noch einmal alles abverlangt und wir erreichten unser Ziel noch vor dem Regenguss. Dort angekommen, mussten wir erneut verschiedenste aushängende Nummern abtelefonieren, um ein Mitglied erreichen zu können. Nachdem das geschafft war, wurde uns dann jedoch unkompliziert ein trockener Platz für unser Boot und ein Schlafplatz im Trainingsraum angeboten. So vor dem Wetter geschützt, nutzen wir die Möglichkeit uns und unsere Klamotten mal wieder halbwegs sauber zu bekommen. Die anschließende Nacht auf Turnmatten war sicherlich etwas skurril, aber auch sehr erholsam.
04.09.2022 — Tag 5
Nach zwei Tagen Urlaub mit Team Surfahl musste uns Adrian bedauerlicherweise schon wieder verlassen. So bauten wir an diesem Morgen zunächst seine Milchen auseinander, bevor sein Hab und Gut an die nächstgelegene Straße trugen. Dort wartete bereits seine Freundin mit dem Auto und einem erstklassigen Frühstückspicknick auf uns.
So gestärkt und auf die alte Teamstärke reduziert, setzten Lennard und ich unseren Weg auf der Elbe fort. Deutlich zu spüren war die reduzierte Belastung für den Tümmler. Dieser trieb uns schon fast sportlich auf dem Fluss entlang und in der Spitze konnten wahnsinnige 20 km/h erreicht werden! Derart beschleunigt glitten wir auf der zunehmend breiteren Elbe auf Magdeburg zu. Dort passierten wir auch die sogenannten “Domfelsen” welche zusammen mit dem niedrigen Wasserspiegel zu Stromschnellen in der Elbe führten. Diese bewältigte die Mathilde unter beunruhigendem Knarzen jedoch erfolgreich. So konnten wir unsere Fahrt gen Norden ungestört fortsetzen, unser heutiges Tagesziel: der Kanu-Sportclub Rogätz.

Kurz vor unserer Ankunft begann sich das Wetter zu verschlechtern und es kündigte sich ein Gewitter an. Unter Hochdruck wurde dem Tümmler noch einmal alles abverlangt und wir erreichten unser Ziel noch vor dem Regenguss. Dort angekommen, mussten wir erneut verschiedenste aushängende Nummern abtelefonieren, um ein Mitglied erreichen zu können. Nachdem das geschafft war, wurde uns dann jedoch unkompliziert ein trockener Platz für unser Boot und ein Schlafplatz im Trainingsraum angeboten. So vor dem Wetter geschützt, nutzen wir die Möglichkeit uns und unsere Klamotten mal wieder halbwegs sauber zu bekommen. Die anschließende Nacht auf Turnmatten war sicherlich etwas skurril, aber auch sehr erholsam.

05.09.2022 — Tag 6
Das Gewitter hatten wir über die Nacht zwar trocken aussitzen können, der Regen begrüßte uns jedoch trotzdem am nächsten Morgen. Unsere Hoffnung, diesen während des Frühstücks vorbeiziehen zu lassen, wurde vom Regenradar zerstört. Dieses verkündete nasse Witterung für den ganzen Tag. Es half also nichts, rein in die Regenjacken und los.
Auf der Elbe zeigte sich dann schnell, dass nicht der Regen, sondern die Wellen und die aufspritzende Gischt das eigentliche Problem waren. Insbesondere ich als Vordermann wurde so konstant in kaltem Elbwasser gebadet. Auf Dauer äußerst unangenehm und nur durch Zusammenkauern auf den kleinen Sitzen auszuhalten. So kämpften wir uns gegen die Elemente bis Tangermünde vor, wo wir eine kurze Mittagspause machten und abtrockneten. Zweiteres war vergebene Liebesmüh, da sich das Wetter am Nachmittag noch weiter verschlechterte. Nichtsdestotrotz konnten wir an diesem Tag mit 104 km eine amtliche Strecke zurücklegen.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir endlich in den Hafen von Wittenberge ein. Als wir unseren Liegeplatz beim Hafenmeister bezahlten, konnten wir nicht anders als von unserem Unmut über das Wetter zu klagen. Dieser quittierte unser Gejammer nur mit der kernigen Frage: “Seid ihr weich geworden, oder was?!” So auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, bauten wir unsere Zelte auf und genossen die warme Dusche, bevor wir uns mit einer amtlichen Portion Hartz 4‑Bolognese belohnten (das Geheimrezept ist in diesem Beitrag nachzulesen).


05.09.2022 — Tag 6
Das Gewitter hatten wir über die Nacht zwar trocken aussitzen können, der Regen begrüßte uns jedoch trotzdem am nächsten Morgen. Unsere Hoffnung, diesen während des Frühstücks vorbeiziehen zu lassen, wurde vom Regenradar zerstört. Dieses verkündete nasse Witterung für den ganzen Tag. Es half also nichts, rein in die Regenjacken und los.

Auf der Elbe zeigte sich dann schnell, dass nicht der Regen, sondern die Wellen und die aufspritzende Gischt das eigentliche Problem waren. Insbesondere ich als Vordermann wurde so konstant in kaltem Elbwasser gebadet. Auf Dauer äußerst unangenehm und nur durch Zusammenkauern auf den kleinen Sitzen auszuhalten. So kämpften wir uns gegen die Elemente bis Tangermünde vor, wo wir eine kurze Mittagspause machten und abtrockneten. Zweiteres war vergebene Liebesmüh, da sich das Wetter am Nachmittag noch weiter verschlechterte. Nichtsdestotrotz konnten wir an diesem Tag mit 104 km eine amtliche Strecke zurücklegen.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir endlich in den Hafen von Wittenberge ein. Als wir unseren Liegeplatz beim Hafenmeister bezahlten, konnten wir nicht anders als von unserem Unmut über das Wetter zu klagen. Dieser quittierte unser Gejammer nur mit der kernigen Frage: “Seid ihr weich geworden, oder was?!” So auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, bauten wir unsere Zelte auf und genossen die warme Dusche, bevor wir uns mit einer amtlichen Portion Hartz 4‑Bolognese belohnten (das Geheimrezept ist in diesem Beitrag nachzulesen).




06.09.2022 — Tag 7 “Der Grauen”
Den folgenden Morgen begannen wir mit einem Landgang, um unseren Sprittank wieder aufzufüllen und unseren Zelten eine Chance zum Abtrocknen zu geben. Zweiteres klappte mal wieder nur bedingt, aber egal, es war Zeit für den Aufbruch. Leider hatten wir die Rechnung an diesem Morgen mal wieder ohne den Tümmler gemacht, der sich von seiner bockigen Seite zeigte. Voll gepackt und startbereit plagten wir uns wieder am Steg ab und rissen ein ums andere Mal am Anlasser. Und dann geschah es: In einem Verzweiflungsakt überwand Lennard den Unmut der Maschine und brachte die Pferdchen an den Start! Unter voller Fahrt schossen wir ins Hafenbecken und in Richtung Elbe, doch zu welchem Preis? Mit dieser Gewaltaktion hatten wir erneut die Anlaßerleine zerstört, aber scheiß drauf, erstmal fuhren wir ja! Der Plan sah nun also vor, bis zum Mittag durchfahren und an einem Hafen Pause zu machen, wo es hoffentlich das nötige Werkzeug für die Reparatur geben würde.
Meine Elbkarte spuckte als einzige Möglichkeit den Hafen Gorleben (ja das Gorleben aus den Nachrichten) in 38 km Entfernung aus, es hieß also durchhalten. Während des gesamten Vormittags bangten wir also um das Durchhaltevermögen des Tümmlers. Nicht gerade begünstigend für diese Etappe war, dass ich mir bereits am Morgen eine gottlose Menge Wasser einverleibt hatte, die jetzt auch wieder herauswollte. So einen Druck habe ich wirklich noch nie verspürt! Als der Tümmler und ich an unserer Belastungsgrenze waren, erreichten wir endlich den Hafen. Während ich meiner Notdurft nachkam, evaluierte Lennard bereits die Lage. Fazit: Im Hafen keine Person, die uns Werkzeug leihen könnte und auch sonst wenig Hilfreiches. Es würde also improvisiert werden müssen.
Mit diesem Ausblick ließ ich Lennard im Hafen zurück, um in Gorleben etwas Essbares zum Mittag zu besorgen. Leider stellte sich das viel beschriebene Örtchen als ziemliche Enttäuschung heraus. Es war kein einziger offener Laden aufzutreiben. So kehrte ich unverrichteter Dinge zum Hafen zurück, wo wir nach Beenden der Reparatur des Anlassers unsere letzten Reserven verspeisten. Vielleicht nicht satt, aber hochmotiviert wagten wir einen Startversuch und siehe da, die Reparatur hatte ihren Dienst getan. Mit dem uns bekannten Schreien erwachte der Tümmler zum Leben und rammte uns prompt seitlich in den Bootssteg. Dieser Schnellstart hatte uns zwar einen Bolzen an der Motorhalterung gekostet, jedoch glücklicherweise die Mathilde unbeschadet zurückgelassen. Unser Sammelsurium an Altteilen spuckte eine passende Ersatzschraube aus, sodass wir unsere Fahrt kurze Zeit später fortsetzen konnten.
Die diversen Reparaturen hatten uns erheblich Zeit gekostet, die es nun galt wieder herauszufahren. Sämtliche Ermüdungserscheinungen an Mensch und Maschine wurden ignoriert, um das Tagesziel doch noch erreichen zu können. Lediglich die Pause für den Einkauf war unvermeidbar. So schafften wir es gerade noch kurz nach Sonnenuntergang zum Campingplatz “Elbufer” bei Klein Kühren. Dort bauten wir unsere Zelte im Dunkeln auf und belohnten uns für die Tagesleistung von 80 km mit einem Festmahl: Pellkartoffeln mit Sahnehering.
06.09.2022 — Tag 7 “Der Graue”
Den folgenden Morgen begannen wir mit einem Landgang, um unseren Sprittank wieder aufzufüllen und unseren Zelten eine Chance zum Abtrocknen zu geben. Zweiteres klappte mal wieder nur bedingt, aber egal, es war Zeit für den Aufbruch. Leider hatten wir die Rechnung an diesem Morgen mal wieder ohne den Tümmler gemacht, der sich von seiner bockigen Seite zeigte. Voll gepackt und startbereit plagten wir uns wieder am Steg ab und rissen ein ums andere Mal am Anlasser. Und dann geschah es: In einem Verzweiflungsakt überwand Lennard den Unmut der Maschine und brachte die Pferdchen an den Start! Unter voller Fahrt schossen wir ins Hafenbecken und in Richtung Elbe, doch zu welchem Preis? Mit dieser Gewaltaktion hatten wir erneut die Anlaßerleine zerstört, aber scheiß drauf, erstmal fuhren wir ja! Der Plan sah nun also vor, bis zum Mittag durchfahren und an einem Hafen Pause zu machen, wo es hoffentlich das nötige Werkzeug für die Reparatur geben würde.
Meine Elbkarte spuckte als einzige Möglichkeit den Hafen Gorleben (ja das Gorleben aus den Nachrichten) in 38 km Entfernung aus, es hieß also durchhalten. Während des gesamten Vormittags bangten wir also um das Durchhaltevermögen des Tümmlers. Nicht gerade begünstigend für diese Etappe war, dass ich mir bereits am Morgen eine gottlose Menge Wasser einverleibt hatte, die jetzt auch wieder herauswollte. So einen Druck habe ich wirklich noch nie verspürt! Als der Tümmler und ich an unserer Belastungsgrenze waren, erreichten wir endlich den Hafen. Während ich meiner Notdurft nachkam, evaluierte Lennard bereits die Lage. Fazit: Im Hafen keine Person, die uns Werkzeug leihen könnte und auch sonst wenig Hilfreiches. Es würde also improvisiert werden müssen.

Mit diesem Ausblick ließ ich Lennard im Hafen zurück, um in Gorleben etwas Essbares zum Mittag zu besorgen. Leider stellte sich das viel beschriebene Örtchen als ziemliche Enttäuschung heraus. Es war kein einziger offener Laden aufzutreiben. So kehrte ich unverrichteter Dinge zum Hafen zurück, wo wir nach Beenden der Reparatur des Anlassers unsere letzten Reserven verspeisten. Vielleicht nicht satt, aber hochmotiviert wagten wir einen Startversuch und siehe da, die Reparatur hatte ihren Dienst getan. Mit dem uns bekannten Schreien erwachte der Tümmler zum Leben und rammte uns prompt seitlich in den Bootssteg. Dieser Schnellstart hatte uns zwar einen Bolzen an der Motorhalterung gekostet, jedoch glücklicherweise die Mathilde unbeschadet zurückgelassen. Unser Sammelsurium an Altteilen spuckte eine passende Ersatzschraube aus, sodass wir unsere Fahrt kurze Zeit später fortsetzen konnten.

Die diversen Reparaturen hatten uns erheblich Zeit gekostet, die es nun galt wieder herauszufahren. Sämtliche Ermüdungserscheinungen an Mensch und Maschine wurden ignoriert, um das Tagesziel doch noch erreichen zu können. Lediglich die Pause für den Einkauf war unvermeidbar. So schafften wir es gerade noch kurz nach Sonnenuntergang zum Campingplatz “Elbufer” bei Klein Kühren. Dort bauten wir unsere Zelte im Dunkeln auf und belohnten uns für die Tagesleistung von 80 km mit einem Festmahl: Pellkartoffeln mit Sahnehering.

07.09.2022 — Tag 8
Die Nacht war leider für uns nur begrenzt erholsam, hatte doch nebenan die Jugendfeuerwehr noch bis spät in die Nacht lautstark gefeiert. Nichtsdestotrotz war unser Eifer an diesem Morgen ungebrochen, unser Plan sah vor, endlich Hamburg zu erreichen! Die zunehmende Nähe zur Hafenstadt machte sich mittlerweile auch an unserer Gesellschaft auf dem Wasser bemerkbar. Immer häufiger passierten uns große Kähne, mit deren Bugwelle die Mathilde und der Tümmler zu kämpfen hatten.
Nach einem unaufgeregten Vormittag erreichten wir am Nachmittag schließlich die Elbschleuse bei Geesthacht. Das war nun schonmal eine andere Liga, als die uns bekannten Schleusen aus dem Spreewald! Bei der Einfahrt in die Schleuse konnten wir es natürlich nicht lassen, mit Vollgas großspurig an den unmotorisierten Kajaks vorbeizuziehen. Diese Arroganz quittierte uns das Karma prompt mit einem startunwilligen Tümmler. Während die Kajaks nach dem Schleusen entspannt an uns vorbei paddelten, mühten wir uns an unserem “Meeressäuger” ab. Was kurz darauf folgte, hätten wir nach dem vorherigen Tag eigentlich kommen sehen müssen. Seitlich vorne auf der Bootskante sitzend riss Lennard mit voller Gewalt am Tümmler. Dem war die bereits angeschlagene Halterung nicht gewachsen und löste sich schlagartig vom Boot. Der so befreite Tümmler sprang an, rammte uns an die Schleusenwand und nahm selber Kurs in Richtung Elbgrund. Nur mit Mühe und Not konnte ich den Tümmler mit beiden Händen an Bord halten und Lennard unser Kentern verhindern. Was von außen sicherlich erheiternd zu beobachten war, stellte für uns den Super-GAU dar. Per Paddel schleppten wir uns aus der Schleuse und betrachteten den Schaden. Die Halterung des Tümmlers hatte es nun endgültig hinter sich und musste durch Vertäuung wieder am Boot verankert werden.
Nach dieser notdürftigen Reparatur konnten wir den Tümmler wieder zum Leben erwecken und nahmen Kurs auf Hamburg. Durch das Netz von Hamburgs Wasserstraßen navigierten wir uns zum W.V. Südelbe, wo man uns nach diversen Telefonaten einen Campingplatz und Duschen zugänglich machte.


07.09.2022 — Tag 8
Die Nacht war leider für uns nur begrenzt erholsam, hatte doch nebenan die Jugendfeuerwehr noch bis spät in die Nacht lautstark gefeiert. Nichtsdestotrotz war unser Eifer an diesem Morgen ungebrochen, unser Plan sah vor, endlich Hamburg zu erreichen! Die zunehmende Nähe zur Hafenstadt machte sich mittlerweile auch an unserer Gesellschaft auf dem Wasser bemerkbar. Immer häufiger passierten uns große Kähne, mit deren Bugwelle die Mathilde und der Tümmler zu kämpfen hatten.

Nach einem unaufgeregten Vormittag erreichten wir am Nachmittag schließlich die Elbschleuse bei Geesthacht. Das war nun schonmal eine andere Liga, als die uns bekannten Schleusen aus dem Spreewald! Bei der Einfahrt in die Schleuse konnten wir es natürlich nicht lassen, mit Vollgas großspurig an den unmotorisierten Kajaks vorbeizuziehen. Diese Arroganz quittierte uns das Karma prompt mit einem startunwilligen Tümmler. Während die Kajaks nach dem Schleusen entspannt an uns vorbei paddelten, mühten wir uns an unserem “Meeressäuger” ab. Was kurz darauf folgte, hätten wir nach dem vorherigen Tag eigentlich kommen sehen müssen. Seitlich vorne auf der Bootskante sitzend riss Lennard mit voller Gewalt am Tümmler. Dem war die bereits angeschlagene Halterung nicht gewachsen und löste sich schlagartig vom Boot. Der so befreite Tümmler sprang an, rammte uns an die Schleusenwand und nahm selber Kurs in Richtung Elbgrund. Nur mit Mühe und Not konnte ich den Tümmler mit beiden Händen an Bord halten und Lennard unser Kentern verhindern. Was von außen sicherlich erheiternd zu beobachten war, stellte für uns den Super-GAU dar. Per Paddel schleppten wir uns aus der Schleuse und betrachteten den Schaden. Die Halterung des Tümmlers hatte es nun endgültig hinter sich und musste durch Vertäuung wieder am Boot verankert werden.

Nach dieser notdürftigen Reparatur konnten wir den Tümmler wieder zum Leben erwecken und nahmen Kurs auf Hamburg. Durch das Netz von Hamburgs Wasserstraßen navigierten wir uns zum W.V. Südelbe, wo man uns nach diversen Telefonaten einen Campingplatz und Duschen zugänglich machte.


08.09.2022 — Tag 9
Am neunten Tag unserer Tour stand eines unserer Highlights an, wir wollten uns mit einem originalen Hamburger Fischbrötchen belohnen. Von diesem Ziel trennte uns nur noch das komplexe Wasserstraßennetz Hamburgs, das wir bereits am Vorabend kennengelernt hatten. Ohne meine Wasserwanderkarte hätten wir das wahrscheinlich nie gepackt. So navigierten wir jedoch halbwegs zielsicher auf den Hauptarm der Elbe zurück. Auf diesem passierten wir die Elbphilharmonie und machten Bekanntschaft mit den Elbfähren und ihrem brutalen Wellengang. Das toppt jeden Frachter, der uns bisher passiert hatte. Wie eine Nussschale schaukelten wir und bangten bei jeder Welle, die uns erst bis in den Stillstand ausbremste und dann fast umwarf. Dieses Achterbahnerlebnis besonderer Art verfolgte uns noch auf Tage bis in den Schlaf…
Irgendwie schafften wir es dann doch aus Hamburgs Zentrum heraus und legten in einem kleinen Sportboothafen für einen Landgang an. Der Hafenwächter war von unserer Anwesenheit zunächst nicht erfreut, unsere Begeisterung für ein Fischbrötchen und eine Flasche Bier für ihn, konnten die Sache aber schnell gerade biegen. So konnten wir in Ruhe ein Fischbrötchen am Kai genießen und unsere Vorräte im Supermarkt auffüllen.
Nach dieser Stärkung ging es für uns weiter, heraus aus Hamburg und in Richtung Brunsbüttel. Mit jedem zurückgelegten Kilometer wurde die Elbe etwas breiter und das Wetter rauer. Es war schon ein anderes Gefühl, dem Wind und Wasser ausgeliefert zu sein, während beide Elbufer in weiter Ferne waren… Die Mathilde und der Tümmler performten auf dieser Etappe zum Glück makellos, sodass wir am frühen Abend nach 87 Tageskilometern Brunsbüttel erreichten. Nachdem wir die Mathilde samt Gepäck über den Deich zum Campingplatz gehievt hatten, konnten wir uns etwas entspannen und mental auf den letzten und längsten Tag unserer Tour vorbereiten.
08.09.2022 — Tag 9
Am neunten Tag unserer Tour stand eines unserer Highlights an, wir wollten uns mit einem originalen Hamburger Fischbrötchen belohnen. Von diesem Ziel trennte uns nur noch das komplexe Wasserstraßennetz Hamburgs, das wir bereits am Vorabend kennengelernt hatten. Ohne meine Wasserwanderkarte hätten wir das wahrscheinlich nie gepackt. So navigierten wir jedoch halbwegs zielsicher auf den Hauptarm der Elbe zurück. Auf diesem passierten wir die Elbphilharmonie und machten Bekanntschaft mit den Elbfähren und ihrem brutalen Wellengang. Das toppt jeden Frachter, der uns bisher passiert hatte. Wie eine Nussschale schaukelten wir und bangten bei jeder Welle, die uns erst bis in den Stillstand ausbremste und dann fast umwarf. Dieses Achterbahnerlebnis besonderer Art verfolgte uns noch auf Tage bis in den Schlaf…

Irgendwie schafften wir es dann doch aus Hamburgs Zentrum heraus und legten in einem kleinen Sportboothafen für einen Landgang an. Der Hafenwächter war von unserer Anwesenheit zunächst nicht erfreut, unsere Begeisterung für ein Fischbrötchen und eine Flasche Bier für ihn, konnten die Sache aber schnell gerade biegen. So konnten wir in Ruhe ein Fischbrötchen am Kai genießen und unsere Vorräte im Supermarkt auffüllen.
Nach dieser Stärkung ging es für uns weiter, heraus aus Hamburg und in Richtung Brunsbüttel. Mit jedem zurückgelegten Kilometer wurde die Elbe etwas breiter und das Wetter rauer. Es war schon ein anderes Gefühl, dem Wind und Wasser ausgeliefert zu sein, während beide Elbufer in weiter Ferne waren… Die Mathilde und der Tümmler performten auf dieser Etappe zum Glück makellos, sodass wir am frühen Abend nach 87 Tageskilometern Brunsbüttel erreichten. Nachdem wir die Mathilde samt Gepäck über den Deich zum Campingplatz gehievt hatten, konnten wir uns etwas entspannen und mental auf den letzten und längsten Tag unserer Tour vorbereiten.

09.09.2022 — Tag 10
In aller Frühe packten wir unsere Sachen und brachen zur Schleuse in den Nord-Ostsee-Kanal auf. Mit gehörigem Respekt passierten wir die Schleusenanlage zwischen den großen Containerfrachtern. In der Schleuse selbst lernten wir dann noch eine dänische Familie kennen, die mit ihrem High-Tech Segelschiff um die Welt reiste und unbedingt ein Foto von uns wollte. Auch die Ausfahrt aus der Schleuse musste von ihnen gefilmt werden und natürlich ließ uns der Tümmler in diesem Moment mal wieder im Stich, also alles wie immer. Wenig später lief es jedoch wieder rund und wir traten unsere 100 km Fahrt durch den Kanal an. Zu dieser gibt es nur wenig zu sagen. Ab und zu große Schiffe, aber ansonsten größtenteils unspektakulär. Lediglich die Zeit saß uns im Nacken, mussten wir es doch bis Sonnenuntergang zum Kanalausgang schaffen. So wurde jede unnötige Pause gestrichen und auch an Bord gespeist (Die Kombüse lässt grüßen!).
Unsere Mühen zahlten sich aus, als wir in der Abenddämmerung die Schleuse Kiel-Holtenau erreichten. In dieser wurden wir dann prompt vom Lotzen vor einem Containerschiff platziert, die Begründung: “Ihr seid doch eh fixer als der!”. Und tatsächlich, dieses eine Mal ließ uns der Tümmler nicht im Stich und wir glitten mit einsetzender Dunkelheit auf die Kieler Förde hinaus. Hatte sich die Schlafplatzsuche bisher einfach gestaltet, so stellte die letzte Nacht noch einmal eine Herausforderung dar. Unsere einzige Hoffnung war ein Kanu-Verein im Zentrum Kiels, von dem wir keinerlei Antwort auf unsere Anfragen erhalten hatten. Mehr vom GPS, als von der Sicht geleitet, steuerte ich uns zum entsprechenden Steg. Dort angekommen, fanden wir den Verein natürlich verlassen vor. In Anbetracht fehlender Alternativen lagerten wir unser Zeug im Vorgarten ab. Die Ankunft in Kiel wurde mit Pizza und Bier gefeiert, bevor wir uns unter einem Garagenvordach schlafen legten.


09.09.2022 — Tag 10
In aller Frühe packten wir unsere Sachen und brachen zur Schleuse in den Nord-Ostsee-Kanal auf. Mit gehörigem Respekt passierten wir die Schleusenanlage zwischen den großen Containerfrachtern. In der Schleuse selbst lernten wir dann noch eine dänische Familie kennen, die mit ihrem High-Tech Segelschiff um die Welt reiste und unbedingt ein Foto von uns wollte. Auch die Ausfahrt aus der Schleuse musste von ihnen gefilmt werden und natürlich ließ uns der Tümmler in diesem Moment mal wieder im Stich, also alles wie immer. Wenig später lief es jedoch wieder rund und wir traten unsere 100 km Fahrt durch den Kanal an. Zu dieser gibt es nur wenig zu sagen. Ab und zu große Schiffe, aber ansonsten größtenteils unspektakulär. Lediglich die Zeit saß uns im Nacken, mussten wir es doch bis Sonnenuntergang zum Kanalausgang schaffen. So wurde jede unnötige Pause gestrichen und auch an Bord gespeist (Die Kombüse lässt grüßen!).

Unsere Mühen zahlten sich aus, als wir in der Abenddämmerung die Schleuse Kiel-Holtenau erreichten. In dieser wurden wir dann prompt vom Lotzen vor einem Containerschiff platziert, die Begründung: “Ihr seid doch eh fixer als der!”. Und tatsächlich, dieses eine Mal ließ uns der Tümmler nicht im Stich und wir glitten mit einsetzender Dunkelheit auf die Kieler Förde hinaus. Hatte sich die Schlafplatzsuche bisher einfach gestaltet, so stellte die letzte Nacht noch einmal eine Herausforderung dar. Unsere einzige Hoffnung war ein Kanu-Verein im Zentrum Kiels, von dem wir keinerlei Antwort auf unsere Anfragen erhalten hatten. Mehr vom GPS, als von der Sicht geleitet, steuerte ich uns zum entsprechenden Steg. Dort angekommen, fanden wir den Verein natürlich verlassen vor. In Anbetracht fehlender Alternativen lagerten wir unser Zeug im Vorgarten ab. Die Ankunft in Kiel wurde mit Pizza und Bier gefeiert, bevor wir uns unter einem Garagenvordach schlafen legten.



10.09.2022 — Tag 11
Am darauffolgenden Morgen wurden wir von einem der Vereinsmitglieder begrüßt. Man erkundigte sich interessiert über unsere Aktion und das wars. Entspannt. Grüße gehen raus!
Nachdem das geklärt war, brach ich auf, unser Mietauto für den Rücktransport und Frühstück zu besorgen. Nachdem die Mathilde zerlegt und verladen war, folgten 6 Stunden Rückreise nach Medingen, womit unser Ritt auf der Wilden Mathilde offiziell beendet war.
Was soll man zu dieser Tour noch groß sagen? Unsere sechste Tour hatte auf jeden Fall viele Höhen und Tiefen, aber auf keinen Fall Sitzkomfort. Hatte man uns im Vorhinein vor der fehlenden Dauerfestigkeit des Tümmlers gewarnt, so trieb uns doch eher sein Startverhalten und die unterirdisch konstruierte Halterung in den Wahnsinn. Insgesamt sind wir jedoch begeistert, ca. 750 km in 10 Tagen ist doch mal eine Ansage für die erste Bootsreise! Das hat Lust auf mehr Seefahrt gemacht. Dann jedoch ohne die Mathilde, diese hat schon ihren nächsten Besitzer gefunden. Team Surfahl wünscht allzeit gut Fahrt!
10.09.2022 — Tag 11
Am darauffolgenden Morgen wurden wir von einem der Vereinsmitglieder begrüßt. Man erkundigte sich interessiert über unsere Aktion und das wars. Entspannt. Grüße gehen raus!

achdem das geklärt war, brach ich auf, unser Mietauto für den Rücktransport und Frühstück zu besorgen. Nachdem die Mathilde zerlegt und verladen war, folgten 6 Stunden Rückreise nach Medingen, womit unser Ritt auf der Wilden Mathilde offiziell beendet war.

Was soll man zu dieser Tour noch groß sagen? Unsere sechste Tour hatte auf jeden Fall viele Höhen und Tiefen, aber auf keinen Fall Sitzkomfort. Hatte man uns im Vorhinein vor der fehlenden Dauerfestigkeit des Tümmlers gewarnt, so trieb uns doch eher sein Startverhalten und die unterirdisch konstruierte Halterung in den Wahnsinn. Insgesamt sind wir jedoch begeistert, ca. 750 km in 10 Tagen ist doch mal eine Ansage für die erste Bootsreise! Das hat Lust auf mehr Seefahrt gemacht. Dann jedoch ohne die Mathilde, diese hat schon ihren nächsten Besitzer gefunden. Team Surfahl wünscht allzeit gut Fahrt!
